Saphir Hefeweizen: Lemonhead

Das vierte selbstgebraute Bier sollte ein Hefeweizen mit einem Saphir Aromahopfen aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll werden. Wir haben Saphir gewählt, weil dieser Aromahopfen vor allem für Biere mit wenig Bitterkeit (was die Bitterkeit ausmacht, werde ich in einem anderen Beitrag erläutern) eingesetzt werden kann. Ich hab mir ein sommerliches Bier gewünscht, was interessant schmeckt und sich trotzdem gut trinken lässt. Etwas Bitterkeit im Bier aber keine dominante eignet sich meines Erachtens sehr gut für sommerliche Biere. Weizenbiere werden vor allem mit Weizenmalz gebraut und heißen auch deswegen so. Sie sind typischerweise obergärig, so dass dies ideal für unser Set-Up ist.

LemonheadBiertyp: Hefeweizen
Hefe: Safbrew WB06 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Weizenmalz, Pilsner Malz, Karamell Malz, Weizenflocken
Hopfen: Magnum, Saphir
Stammwürze: 12,3 °P
Alkoholgehalt: 5,9 %
Hopfenstopfen: 2x mit Saphir
Zugabe von Irish Moss

Das entstandene Weizen ist total lecker. Durch die Zugabe des Saphir-Hopfens, hat das Bier einen sehr fruchtigen Charakter, der an Zitrone erinnert. Allerdings hat das Bier auch einen sehr hopfigen harmonischen Geschmack, der nur langsam abklingt. Ich finde, dass dieser langanhaltende hopfige Geschmack erst mit der Zeit gekommen ist. Der Geruch des Bieres ist blumig, fruchtig, so wie es auch schmeckt. Ein wunderbar zitroniges Weizen, obwohl es keine Zitronen gesehen hat, welches sich super gut für heiße Sommertage (wie es in den letzten Wochen ja auch war) eignet. Abgerundet wird das Bier durch seinen hohen feinperligen Kohlensäuregehalt (7,9 g Kohlenstoffdioxid/L Bier). Aufgrund des zitronigen Charakters fiel uns sofort ein, wie wir das Bier nennen wollen. Lemonhead ist ein weitere Charakter aus Monkey Island und ist ein vegetarischer Cannibale. Zitroniges Bier muss ja einfach Lemonhead heißen. 😀 Das ist bisher mein liebstes Bier, aber wir haben auch gerade eins, was mir sehr sehr gut gefällt, aber dazu mehr in Kürze.

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Cheers!

Kane Head High IPA: Commander Keen

In unserer Sammlung selbstgebrauter Biere durfte natürlich auch kein IPA fehlen. Ein India Pale Ale (IPA) ist ein helles, starkes und hopfiges Bier. Die Legende sagt: Im 19. Jahrhundert haben die Schotten und Engländer Bier in indische Kolonien transportieren wollen. Damit das Bier noch trinkbar ist und während der Seefahrt nicht schlecht wurde, wurden die Biere mit mehr Alkohol und mehr Hopfen versetzt. Das Ziel war es das starke Bier (16 °P Stammwürze) in Indien 1:1 mit Wasser zu verdünnen, um ein normales Pale Ale zu bekommen. Allerdings schmeckte den Engländer/Schotten das Bier dann so gut, dass sie es unverdünnt ließen und ein India Pale Ale entstand. Wie wahr diese kleine Geschichte ist, wissen wir nicht, aber dennoch ist sie nett zu erzählen.

Bei unserem Bier haben wir uns wieder an ein Klon-Rezept von MaischeMalzundMehr gehalten. Das Rezept sollte ein Kane Head High IPA erbringen, allerdings haben wir es bereits etwas abgeändert.

CommanderKeenBiertyp: American IPA
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Cara Pils, Dark Caramalt, Wheat flakes
Hopfen: Columbus, Chinook, Citra, Cascade, Centennial
Stammwürze: 18,0 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfenstopfen: Cascade, Citra und Columbus

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Hopfenstopfen oder auch Dryhopping bedeutet, dass nach der Hauptfermentation -also nach 4-5 Tagen- nochmals Hopfen in den Sud gegeben wird. Dazu haben wir eine Damensocke ausgekocht und mit den entsprechenden Hopfensorten gefüllt. Diese Socke wurde dann in den Sud gegeben und nochmals 3-6 Tage stehen gelassen. Erst dann folgte die Flaschengärung. Dieses Verfahren bewirkt, dass das Bier die feinen Aromen aus dem Hopfen aufnimmt, ohne dass das Bier bitterer wird.

Bastians Kommentar beim Probieren des Jungbieres vor der Flaschengärung war: „Ich glaub‘, das wird geil.“

Das Bier riecht nach Maracuja, Ananas und ein wenig nach Honigmelone. Es riecht also sehr fruchtig, was durch die Aromahopfen (Cascade, Citra, Centennial, Chinook) erzeugt wird. (Über die verschiedenen Hopfensorten und Malze werde ich vermutlich irgendwann nochmal einen eigenen Beitrag verfassen.) Das Bier hat eine für IPAs typische Bitternote und schmeckt blaubeerig und nach Ananas. Der Malzgeschmack hält sich dezent im Hintergrund. Leider hat es für meinen Geschmack etwas zu wenig Kohlensäure.

Bastian hat sich den Namen für dieses Bier überlegt. Es heißt Commander Keen. Commander Keen ist ein starker Typ, der nicht aggressiv ist. Zum einen mag Bastian Commander Keen und zum anderen passt es auch irgendwie, da das Bier recht stark ist, aber in der Bitterkeit nicht aggressiv daher kommt.

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Cheers!

Obergäriges Märzen: Bowser Jr.

Unser zweites Bier sollte ein leicht-trinkbares Bier werden, welches für jeden etwas ist. Wir wollten ein süffiges malziges Bier brauen, welches ungefähr einem Märzen entspricht und haben uns ein bisschen auf der Seite MaischeMalzundMehr umgeschaut und sind fündig geworden. Normalerweise handelt es sich bei einem Märzen allerdings um ein untergäriges Bier. Da wir im Moment erstmal nur bei Raumtemperatur fermentieren können, ist es ein obergäriges Bier geworden. BowserJr

Biertyp: obergäriges Märzen
Hefe: Danstar Nottingham Ale (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Wiener, Pilsner, Cara Hell
Hopfen: Perle, Magnum, Spalter, Cascade
Stammwürze: 15,0 °P
Alkoholgehalt: 6,9 %

cold crashing, Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Das Bier war durch das cold crashing, die Zugabe von Irish Moss und Gelatine ein sehr klares Bier und war sehr gut trinkbar aus der Flasche. Es war  ein sehr süffiges Bier mit einem mittelstarken Malzkörper. Bowser Jr. ist aus den Mario-Spielen bekannt und der Sohn von Bowser. Ein Märzenbier ist normalerweise ein recht starkes Bier. Das Bier, welches wir hier gebraut haben, hat zwar durch den malzigen Geschmack an Körper gewonnen, ist dennoch kein richtig starkes Bier geworden. Deshalb ist es nur die kleine Variante von Bowser – nämlich Bowser Jr. geworden.

 

Cheers!

 

Sierre Nevada Pale Ale: Threepwood

Zunächst eine kleine Einführung zur Namensfindung: Wir haben uns länger darüber Gedanken gemacht, wie wir unsere Biere nennen wollen. Irgendwie kamen wir drauf, dass wir beide früher total gern Adventurespiele wie Monkey Island oder Jump-and-Run-Spiele wie DonkeyKong oder SuperMario gespielt haben. Als Bastian noch in Bremen wohnte, „zockten“ wir auch oft diese Spiele. Es gibt so viele Charaktere aus diversen solcher Spiele, dass wir es als gute Ideen empfanden, danach unsere Biere zu benennen.

Threepwood ist unser erstes Bier unter dem Brauereinamen Hopfkopf. Threepwood ist ein clone beer, weil es ein Replikat eines kommerziell erhältlichen Bieres ist, eines Sierra Nevada Pale Ales (SNPA). Ein Kleinbrauer hat das Bier nachgebraut und das Rezept online auf MaischeMalzundMehr gestellt.

Threepwood

Biertyp: American Pale Ale
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pale Malt, Caramünch II
Hopfen: Magnum, Perle, Cascade
Stammwürze: 12,4 °P
Alkoholgehalt: 5,4 %

 

 

Das Pale Ale wurde weder durch Irish Moss noch durch Gelatine geklärt, so dass es ein sehr trübes Bier geworden ist – irgendwie ein bisschen „trashy“. Guybrush Threepwood ist der Hauptcharakter in Monkey Island und will Pirat werden. Er ist eigentlich ein Antiheld und man muss ihn als Spieler durch verschiedene gewaltlose Gefahren bringen. Wir fanden Threepwood als Namen für unser erstes Bier sehr passend, da wir Monkey Island auch sehr gern spielten.

Geschmacklich hat es eine kleine Lakritz-Note und hat durch den Bitterhopfen eine bittere Note. Mir persönlich hat das Bier gut geschmeckt, es hat nach einem Pale Ale geschmeckt und es hatte eine hübsche Farbe. Bastian mochte Threepwood nie so gern, aber das lag sicher auch daran, dass man das Bier am besten aus dem Glas trinkt, damit der Heferest in der Flasche zurück bleiben konnte.

IMG_3509Cheers!

 

Smoken mit einem Weber Smokey Mountain

Anlässlich einer Gartenfeier im Zuge meines Uni-Abschlusses haben Bastian und ich uns einen Smoker gekauft. Schon sehr lang haben wir den auf der Wunschliste stehen und endlich gab es einen Anlass ihn zu kaufen. Wir haben schon ein paar Mal versucht auf unserem normalen Grill zu smoken, das ging auch, aber mit einem Smoker kann die Temperatur über mehrere Stunden sehr konstant gehalten werden. Bei einem normalen Grill musste man sehr häufig nachjustieren, so dass Bastian bei der letzten Pulled Pork Zubereitung – was 16-18h benötigt – häufiger mal nachts raus musste, um den Grill wieder auf Temperatur zu bringen. Mit einem Smoker ist es möglich low and slow zu garen. D. h. also dass das Fleisch nicht durch direkte starke Hitze wie bei der Zubereitung eines Rindersteaks sondern eher durch indirekte schwacher Hitze über einen langen Zeitrahmen gegart wird. Dadurch wird das Fleisch schonend gegart und erhält durch die rauchige heiße Luft zusätzlich auch einen schönen Rauchgeschmack.

Zu Pulled Pork werde ich später nochmal was schreiben, gestern gab es erstmal Schweinerippchen. Die Schweinerippchen haben wir nach der 3-2-1 Methode zubereitet, die ich im folgenden näher erläutern werde:
Die Rippenbogen wurden von einer kleinen dünnen Silberhaut befreit und mit einem Rub bearbeitet.

Ein Rub besteht aus trocknen Zutaten, die zum ‚Einmassieren‘ für Fleisch vor dem Grillen verwendet wird. Das macht das Fleisch nach dem Grillen schmackhafter. Ein Rub ist aus 4 Komponenten aufgebaut: 1. die Basis: dazu kann man Paprikapulver verwenden, 2. Salz, 3. die Süße: brauner Zucker bietet sich da an und zum Schluss 4. das Besondere: wie zum Beispiel schärfe durch Chiliflocken.

Für die Rippchen haben wir dieses Mal Magic Dust verwendet. Nach dem Einmassieren des Rubs wurden die Rippchen in den 105 °C heißen Smoker gelegt und indirekt im Rauch gegart. Dazu haben wir in Wasser eingeweichtes Kirschholz verwendet.

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Nach 3h im Smoker bei 105 °C wurden die Rippchen mit Apfelessig bestrichen und in Alufolie gepackt und wieder in den Smoker gelegt. Die Temperatur wurde etwas erhöht auf 115-120 °C. Anstelle des Apfelessigs kann man auch eine Mischung aus Apfelsaft und Apfelessig verwenden, aber wir hatten gestern nur Apfelessig da.

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Nach 2h indirekt mit Alufolie auf dem Smoker wurden die Rippchen wieder aus der Alulfolie herausgenommen und mit einer BBQ-Sauce bestrichen. Die bestrichenen Rippchen wurden wieder in Smoker ohne Alufolie gelegt. Als BBQ Sauce haben wir eine eigene Kreation, die scharf und rauchig sein sollte,  verwendet:

400 g Ketchup
1 cup Apfelessig
3/4 cup Molasse
1/3 cup Chipotle Chilis in Adobo Sauce
1 tbs granulierter Knoblauch
1 tbs granulierter Zwiebeln
1 tbs süßes Paprikapulver
1 tbs scharfes Paprikapulver
1 tbs BBQ Rub (Magic Dust)
1/2 tsp Zimt
1/2 tsp Kreuzkümmel
1 cup brown packed Sugar
alles zusammen einmal aufkochen lassen – FERTIG

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Nach 1h Stunde bei indirekter Hitze eingepinselt mit BBQ-Sauce waren die Rippchen auch schon fertig. Das Bepinseln der Rippchen kann nach belieben alle 15 Minuten wiederholt werden. Die Knochen ließen sich ganz einfach vom Fleisch lösen. Sie fielen quasi vom Fleisch. Dazu gab es Süßkartoffelecken aus dem Ofen.

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Sehr zu empfehlen, es war sehr lecker. 😀