Ostsee-Segeln 2017

Vergangene Woche ging es für mich für eine Woche auf die Ostsee. Ausgangs- und Endpunkt war Stralsund auf Rügen.
Wir hatten eine Dehler Variante 44 Yacht, auf der es ein Traum war zu segeln. In der spitze haben wir es auf 11 Knoten geschafft und sie läuft auch noch wunderbar hoch am Wind. Das Wetter war mit uns und so haben wir es auf sagenhafte 324 Seemeilen (600km) in 7 Tagen geschafft. Von Stralsund ging es nach Klintholm, anschließend auf einem langen Schlag nach Kopenhagen, wo wir einen 3/4-Tag Landgang einlegten. Ich nutzte die Gelegenheit mit dem Rad Kopenhagen zu erkunden. Gegen Nachmittag starteten wir zur Nachtfahrt nach Bornholm, wo wir gegen 8:00 morgens einliefen. Auf Bornholm nutzten wir die Gelegenheit per Mietwagen die Insel zu umrunden – Ein wirklich lohnendes Urlaubsziel. Schöne Häfen, Schöne Wälder, Tolle Ausblicke. Anschließend ging es schon zurück ‚gen Rügen. Erst nach Lohme, dann mit der Morgensonne noch mal den Königsstuhl und die Kreidefelsen mitgenommen und anschließend über eine letzte Nacht in Barhöft zurück nach Stralsund. Viel besser kann eine Segelwoche nicht verlaufen!

Hüttentour und Klettersteige in Alta Badia

Nun sind wir schon ein paar Tage wieder zurück von unserer Tour in den Dolomiten – genauer gesagt Alta Badia. Wir sind Samstagmorgen in aller Herrgotts Früh gestartet, um mittags am Lift in Badia zu sein, da wir noch 4 h Strecke vor uns hatten. Das glaubten wir zu diesem Zeitpunkt zumindest noch, aber dazu mehr später. Nach dem wir von der Autobahn abgefahren waren, ging es über mini kleine Straßen nach Alta Badia. Das Navi sagte 20 km, Ankunft in einer Stunde. Und wenn ich von mini kleinen Straßen rede, meine ich nicht das Zavelsteiner Sträßle in Calw… Diese wäre im Vergleich eine 3 spurige Autobahn. Unsere Straßen waren fast schmaler als unser Auto. Aber das haben wir gemeistert und kamen 13 Uhr (2 h später als geplant) am Lift an. Es war auch kein Problem Lisa im Sessellift nach oben zu nehmen „wir nehmen alles mit, Hunde, Fahrräder, Kinderwagen, einfach alles“ war die Aussage. Sehr Sympathisch! Höchst motiviert liefen wir los und freuten uns, dass die Sonne lachte und keine einzige Wolke am Himmel war. An der Steinwand des Kreuzkofels wurden wir aber schon ganz schön gebraten. Nach ca. 30 Minuten kamen wir an eine Stelle, bei der wir Lisa hätten tragen müssen. Nach nur 30 Minuten schon… Wir haben mal auf die Karte geschaut und festgestellt, dass es von diesen Stellen wohl noch einige geben wird. Dies bestätigte uns auch ein Wanderer, der vorbei kam. Frust! Nach dem steinernen Meer aus dem letzten Jahr hatten wir eigentlich ausgemacht, dass wir mit Lisa nicht mehr solche Wege gehen wollen, die eher grenzwertig sind für den Hund. Ein weiterer Blick auf die Karte. Ah da gibt es einen weiteren Weg weiter unten, der über eine Scharte führt. Nur 10 km bis zur Fanes Hütte. Wir könnten es noch bis zum Abendessen schaffen. Wir liefen also 30 Minuten zurück, und nahmen den unteren Weg. Der ging durch einen schönen Wald und wir bogen irgendwann links ab. 3 h und 50 Minuten bis zur Fanes Hütte stand an dem Schild. Es war schon 16 Uhr, das mit dem pünktlichen Abendessen konnten wir knicken. Es half alles nichts, wir mussten den Berg hoch. Aufgeben kam nicht in Frage. Wir motivierten uns gegenseitig die Höhenmeter zu meistern. Ich weiß nicht wie viele es waren, aber es war anstrengend – 2h hat es bis zur Scharte gedauert. Ab da ging es nur noch bergab bis zur Hütte (1 h 30 Minuten) stand am Schild. Wir brauchten 2 h. Am Ende kamen wir 20:30 Uhr total k.o. bei der Fanes Hütte an, bekamen Maccaroni mit Tomatensauce und ein Weizenbier. Dann wurde uns das Zimmer gezeigt. Ich wusste ja schon, dass es die teuerste Hütte auf der gesamten Tour war, aber ein Hotelzimmer mit eigener Dusche, habe ich nicht erwartet. Völlig überzogen für eine Hütte mitten in den Bergen. Wir haben uns nicht beschwert. Denn so eine Dusche nach so einem Tag, tat extrem gut. (Randnotiz: Wenn man mit Hund in den Bergen unterwegs ist, hat man wenig Auswahl welches Zimmer oder Lager man nehmen möchte. Es wird zugeteilt. Wir mussten das Luxus-Zimmer nehmen, da nur in diesem Zimmer Hunde schlafen durften).

Nach einer sehr sehr guten Nacht ging es weiter Richtung Rifugio Lagazuoi. Ein klein wenig bergan führte uns der Weg über eine Alm. Dabei kamen wir an einem Teil einer Kunstausstellung vorbei (SMACH2017). Überall in den Dolomiten wurden Kunstwerke unter dem Thema Kontraste verteilt. So kamen wir an einem aus Holz geschnitzten Astronauten vorbei. Man muss nicht bis zum Mond fliegen, um die schönen und wertvollen Dinge in der Welt zu finden. Relativ flach führte uns der Weg über die Alm an Kühen vorbei. Wir haben vom Stubaier Höhenweg gelernt und machten große Bögen um die Kühe herum. Später ging der Weg links ab und führte uns über die Forcella del Lago (Seescharte, 2488 m). Es ging stetig bergauf, aber oben angekommen, konnte man erstens das Tagesziel sehen und zweitens einen Bergsee (Lech de Lagacio), der auserwählt wurde, um dort Pause zu machen. Es ging über Holzstufen 300 Höhenmeter bergab. Ich hatte Sorgen, dass mein Knie Probleme machen könnte. Aber durch die neuen Einlagen in den Schuhen und durch mein Sportprogramm, ging das ohne Probleme. Ich war sooo glücklich. Es war ein herrlicher Sommertag, der dazu einlud, einfach in den See zu springen. Diese Idee hatten auch andere. Die hatten aber Schwimmzeug dabei – Wir nicht. Also German Style: nackig machen und ab in den See. Kalt! Aber nach so 3 Minuten ging’s und es war super angenehm. Kleine Stichlinge fanden unsere Haut auch ganz lecker und knabberten an uns. Auch Lisa kühlte sich im See ab und schlief dann eine Runde. Nach 1 h chillen, mussten wir aber weiter, schließlich lagen noch 500 Höhenmeter vor uns. Rifugio Lagazuoi lag nämlich auf 2700 m. Frisch gestärkt und erfrischt, ging es also los. Es war gar nicht schlimm, denn irgendwann waren wir einfach oben. Die schwarzen Regenwolken die aufzogen, schafften es glücklicherweise erst über den Berg als wir bereits in der Hütte waren.
Kurz was zur Hütte: ich mochte diese Hütte nicht und ich finde das war die dööfste von allen die wir je schon besucht haben. Das Essen war gut. Die Nacht war schlecht, weil Lager und ein Schnarcher. Aber damit hätte ich leben können: das war die erste Hütte, auf der Lisa nicht bei uns schlafen durfte. Sie musste im Eingang schlafen. Quasi im Windfang. In der Nacht hat es gestürmt und gewittert. Sie hatte sicher große Angst. Ich fand’s schrecklich und ich würde es nicht nochmal so machen. Ich wurde natürlich im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der Hund nicht im Lager schlafen darf, sondern in einem gesonderten Raum, der innen ist. Ich dachte an Schuhlager oder so – an einen Raum, der zumindest warm ist. Sehr Hunde-unfreundlich! Und ihr kennt mich: wer kein Freund von Lisa ist, ist auch nicht mein Freund.

Also schnell weg von dieser Hütte. 7:30 Uhr waren wir am nächsten Morgen etwas müde bereit. Die Wegbeschreibung führte uns durch einen alten Kriegsstollen. Ein Felstunnel, der über 1,2 km 500 Höhenmeter nach unten ging. Eine Stirnlampe sei empfehlenswert stand in der Wegbeschreibung. Ich würde sagen: Geht diesen weg NUR mit Stirnlampe, die ist zwingend notwendig. Denn der Tunnel hat nur vereinzelt Gucklöcher nach außen. Größtenteils ist es dunkel. Es war spannend, furchteinflössend, nass, glitschig und anstrengend zu gleich. Die armen Soldaten im ersten Weltkrieg, die diesen Tunnel graben mussten. Das war sicher richtig anstrengend. Österreich gegen Italien (für mehr Infos: lest hier nach). Die gewählte Etappe für diesen Tag war sehr lang: knapp 20 km – für Bergwandern ziemlich viel. Es ging durch ein grünes Tal, an einem Felsen entlang. Zunächst sehr eben. Da konnten wir gut Strecke schaffen. Kurz vor Mittag ging es dann über felsige Schrofen über eine weitere Scharte. Der Aufstieg kam mir an diesem Tag sehr zäh vor, aber Bastian motivierte mich und dann ging es auch gleich schon besser. Hinter der Scharte führte uns der Weg über eine große lange Wiese. Das war so cool, hinter uns lagen die felsigen Berge und vorher uns auch. Aber dazwischen war einfach so ein weites grünes Tal mit so vielen Wiesen. Total schön. Der Weg machte Spaß und war recht eben, so dass wir wieder gut Strecke schafften. Dennoch entschieden wir uns am Rifugio Trieste nach einer Cola einen Lift talabwärts zu nehmen. Denn obwohl wir über Wiesen liefen, waren wir noch recht weit oben. Vor uns lagen 300 Höhenmeter runter, um dann wieder 500 m hoch zu laufen, um zur Rifugio Franz Kostner zu kommen. Der Lift endete etwas außerhalb von Corvara. Wir liefen nach Corvara (45 Minuten) rein und nahmen die Gondel Boé und anschließend den Lift Vallon hoch zur Rifugio Kostner. Wir waren müde, es regnete und über eine Ski-Piste im Sommer hoch zu laufen, ist wenig attraktiv. Diese Hütte war wunderschön! Liebevoll bewirtet. Einfach klasse. Wir hatten ein zwei-Bett Zimmer unterm Dach mit rotkarierten Kissen und einer Wärmflasche. Die Hüttenwirte haben sich extrem bemüht, dass es ihren Gästen gut geht. So schön und Hunde freundlich. Sehr zu empfehlen!

Am nächsten Tag sollte es eigentlich weiter zu Pisciadù Hütte gehen, allerdings wollte Lisa wohl nicht mehr so recht laufen. Sie lief sehr unrund und jedes aufstehen und laufen sah sehr qualvoll für sie aus. Wir buchten noch an der Franz Kostner Hütte eine Pension in La Villa Stern für zwei Nächte und nahmen die Bahn nach Corvara zurück. In Corvara nahmen wir den Bus nach Badia zum Auto. Lisa brachten wir in die Pension (Ciasa Montanara), die ich auch sehr empfehlen kann und wir fuhren zum Grödner Joch. Von dort aus bestiegen wir per Klettersteig die kleine Cirspitze. Das war mein allererster Klettersteig und diente als Vorbereitung für den Klettersteig am nächsten Tag. Ich sag Euch was, das macht Spaß. Ich war ein bisschen enttäuscht, dass es so schnell vorbei war. Zum Glück hatten wir ja schon einen weiteren für den nächsten Tag geplant.

Gleich nach dem Frühstück am nächsten Morgen waren wir 8.30 Uhr am Parkplatz zum Klettersteig Pisciadù. Der beliebteste in der Gegend. Man solle ihn wohl unbedingt am Wochenende vermeiden und sehr früh da sein, damit man nicht wie in einer Ameisenstraße empor klettert. Diese Info haben wohl auch andere gelesen. Aber es war noch nicht zu voll. Der Pisciadù Klettersteig ist nicht zu schwer, hat ein paar luftige Stellen. Ich dachte aber nie „zum Glück bin ich gesichert“. Es ging über Leitern, Tritte und am Ende über eine Hängebrücke stetig bergauf. Nach 2 Stunden kamen wir dann irgendwann bei der Hütte an. Die Hütte, in der wir eigentlich die Nacht zu vor verbringen wollten. Es war erst halb 11. Und der Gipfel von Pisciadù lachte uns an. Ja das machen wir. Wir haben nur knapp die 3000er Grenze unterboten, denn der Gipfel ist auf 2980 m. Mist! Aber das machte nichts, denn der Ausblick von dort oben war gar wundervoll. Über den gleichen Weg ging es zurück zur Hütte. Und jetzt haben wir uns auch den heißgeliebten Kaiserschmarren verdient. Die schmecken nur so gut, wenn man zu einer Hütte gewandert ist! Wir nahmen dann einen anderen Weg zurück zum Auto. Um die Knie zu schonen, schließlich ging es 500 Höhenmeter wieder bergab, gingen wir recht flott den Berg hinunter. Nach nur einer Stunde waren wir schon wieder am Auto. Dieser Tag endete nach 1000 Höhenmeter hoch und wieder runter mit einer italienischen Pizza nahe unserer Unterkunft.

Zusammenfassung: Die Dolomiten sind beeindruckend und wunderschön. Wir hatten tolles Wetter. Wir hatten extrem viel Spaß. Es geht auch immer soo schnell vorbei.

Inversionswetterlage auf der Hornisgrinde

Am letzten Tag des Jahres 2016 waren wir auf der Hornisgrinde im Nordschwarzwald unterwegs. Im Tal -5°C, oben dann gefühlte 15°C – Inversionswetterlage.

Ostsee Segeltörn 2016

In der zweiten Septemberwoche ging es ähnlich wie im letzten Jahr zum Segeln auf einer Sun Odyssey 39i auf die Ostsee – Start von Dyvig in Dänemark nach Assens, Ballen, Søby (über Svendborg), Maasholm (Deutschland), weiter nach Bagenkop und schließlich über Sønderborg zurück nach Dyvig.
Das Schiff war für uns drei Leute mehr als groß genug, für mich hätte es ruhig ein bisschen sportlicher sein dürfen aber bei im Schnitt 4 Windstärken aus Südost war es bei strahlender Sonne ein erholsamer Trip.

 

Rund um den Königssee

Letzte Woche ging es von Carl-von-Stahl-Haus über die Wasseralm zum Kärlingerhaus und abschließend zum Wimbachgrieshütte einmal rund um den Königssee.

Ostee Segeltörn 2015

In der ersten Septemberwoche ging es zusammen mit 11 Arbeitskollegen auf 3 Schiffen von Mola von Flensburg aus in die Dänische Südsee mit Umrundung der Inseln Als & Barsø, sowie Anlaufen von Langeland.
Halt machten wir in Høruphav, Bagenkop, Fynshav, Ankern in der Bucht von Dyvik und im Sønderborger Stadthafen. Hier ein paar Eindrücke.

Chuandixia

Über’s Wochenende gings auf eine geführte Wanderung mit Übernachtung via BeijingHikers nach Chuandixia, circa zwei Stunden entfernt von Beijing, Die Übernachtung war in einfachen Matratzenlagern in dem idyllischen Ming-Dynastie-Dörfchen, die Wanderung mit 27km anspruchsvoll aber kurzweilig ob der Landschaft und den mitwandernden Begleitern.

Stubaier Höhenweg

Im Juli ging’s ein paar Tage auf den Stubaier Höhenweg. Nachfolgend ein paar Impressionen.

110km auf dem Nördlichen Kungsleden in 78,58 Stunden: Fjäll Räven Classic 2012

Lange Lange haben Bastian und ich uns auf diesen Urlaub gefreut. Bereits im Sommer 2010 setzten wir uns eine Erinnerung in den Kalender, dass wir uns im Spätsommer/Herbst 2011 für die Fjäll Räven Classic 2012 anmelden. Und nun kam der Tag immer näher und wir freuten uns immer mehr. Wir planten, dass Lisa mitkommt, also stand von vorne herein fest, dass wir mit dem Auto bis nach Kiruna fahren, wo der Check-In Zeltplatz für die Fjäll Räven Classic war. Wir machten uns also am Dienstag (7.8.) auf den Weg nach Bordenau, wo wir die erste Nacht bei Bastians Eltern geschlafen haben. Am nächsten Morgen ging es dann um halb 5 morgens los Richtung Norden. Der nächste Halt sollte Stockholm sein (12 Stunden entfernt). Wir hatten freie Straßen und alles war kein Problem. Umso näher wir Stockholm kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Über Stockholm waren die Wolken so schwarz und es kam so viel Regen runter, dass wir nicht wie geplant in Vaxholm übernachteten. Wir fuhren stattdessen weiter. Der Plan war so lange zu fahren bis es nicht mehr regnet oder bis wir zu müde sind. In Sundsvall (400 km nördlich von Stockholm) fanden wir dann bei fast strahlend blauem Himmel einen Zeltplatz, auf dem wir unser Zelt aufschlagen konnten. Wir waren so müde, dass wir nach dem Abendbrot sofort einschliefen. Der nächste Tag brachte nochmals 800 km Autofahrt mit sich. Auf dieser Strecke ist nichts aufregendes passiert, außer dass wir den Polarkreis überquerten, wir einen am Straßenrand laufendes Rentier überholten und wir an vielen Hinweisschildern zu ‚Loppis‘ vorbeikamen. Da wir nicht wussten, was Loppis sind, haben wir uns die wildesten Dinge überlegt, was das wohl sein könnte. Das hat die Fahrerei sehr lustig gemacht. 🙂 Bastian und ich wechselten uns sehr gerecht ab und wann immer er gefahren ist, hab ich ihm vorgelesen: „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann. Ich kam ungefähr bis zur Hälfte auf der Hinfahrt. Im Übrigen sehr empfehlenswert – amüsant und interessant. Am späten Nachmittag kamen wir dann in Kiruna an. Der Himmel war hellblau und die Sonne strahlte. Wir haben uns eingecheckt, haben uns mit Essen und Gas versorgt. Auf dem Zeltplatz trafen sich also alle, die die auch an der Fjäll Räven Classic teilnehmen wollten. So dass gleich Gesprächsthemen, wie voraussichtliche Dauer der Wanderung, Training vorher, letztes Jahr schonmalige Teilnahme, Wetter, Gewicht des Rucksacks, Lisa etc. etc. Von dort aus wurden Busse organisiert, die einem zum Start gefahren haben. Der Bus startete für uns Freitag Morgen, 6:30 Uhr. Gegen 8 Uhr waren wir am Start.

Nikkaluokta – Kebneskaise 19 km
In der Fjäll-Station Nikkaluokta holten wir unseren ersten Stempel ab, bekamen einen orangen Sicherheits-Wimpel für den Rucksack und warteten auf den Start 9 Uhr. Um die Zeit zu verkürzen wurde etwas über den Trail erzählt, eine Samin erzählte (leider auf Schwedisch) was über sich und ihre Heimat und dann war es plötzlich so weit. Es ging los. 200 Menschen starteten in der ersten Startgruppe. Die ganz ambitionierten rannten los und wir wanderten fröhlich los. Die Sonne lachte noch immer. Es begann mit Birken-Landschaft. Es ging nahezu nicht bergan oder bergab, aber über viele Steine und Bohlenwege, wenn es zu steinig oder zu nass wurde. Wir überquerten Bachläufe, die mal kleiner und mal größer waren. Nach ca 5.5 km kamen wir zu einem Bootsanläger (btw. die Regeln besagen, dass es untersagt ist, ein Boot als Taxi zu nehmen). Das besondere an diesem Bootsanleger war, dass es dort Lap Dånalds gab, wo man für 115 SEK einen Rentier-Burger bekamen. Natürlich machten wir das und es war unglaublich lecker. 🙂 Nach dieser kurzen Stärkung ging es weiter. Es war sehr steinig und nach 8 km geschah das, wovor ich am aller meisten Angst, ich knickte mit meinem linken Knöchel um und konnte kaum noch auftreten. In diesem Moment dachte ich, ok das war’s, ich muss abbrechen. Tränen flossen, aber frei nach dem Motto: Ein Indianer kennt kein Schmerz bin ich tapfer weiter gelaufen. 🙂 Wir machten viele Stopps, so dass ich meinen Knöchel im kalten Wasser eines Bachlaufes kühlen konnte, ich nahm Ibuprofen und so kam ich bis zum nächsten Checkpoint. Dort versuchte ich der Krankenschwester klar zu machen, was passiert ist und ob sie mir helfen könne, ihr Englisch war nicht sonderlich gut, aber ich bekam einen Verband, der ein wenig unterstützend wirkte. Der Weg nach Kebnekaise ging entlang eines See gerade zu auf den Berg Kebnekaise. Am Checkpoint selbst hatten wir Kaffee und Tee. Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter.

Kebnekaise – Singi 15 km
Unser persönliches Tagesziel bestand darin, dass wir min. 28 km laufen, damit wir die 110 km in max 4 Tagen schaffen können. Also liefen wir durchs Fjäll noch weitere 9-10 km. Die Landschaft hatte sich von Birkenwald zu Fjäll geändert. Fast sumpfartige Umgebung, die aber einigermaßen trocken war. Der Weg führte entlang am Fuße des Kebnekaise. Es war ein sehr lang gezogenes Tal, welches so weit einsichtig war und man sich kaum satt sehen konnte, so schön war es. Der kaputte Knöchel war da fast vergessen. 🙂 Wir schlugen gegen 19 Uhr das Zelt auf, aßen was, rieben uns mit Dschungelolija (sehr gut gegen Mücken) ein und fielen müde in den Schlafsack.  Am nächsten Morgen stärkten wir uns mit Porridge (ich musste an Per-Olof (schwedischer Arbeitskollege) denken) mit Himbeeren und es ging zum nächsten Checkpoint. Dieser lag genau in der Kurve um den Kebnekaise. Es ging weiter auf fjälligem Untergrund, Steinen und Bohlenwegen. Singi sah man schon 4 km vorher. Anhand des blauen Checkpoint-Zeltes war es deutlich sichtbar. Dort erwartete uns eine kleine Überraschung. Es gab Wraps gefüllt mit Kartoffelbrei, Rentierfleisch und Preiselbeermarmelade. Dort nutzten wir die Plumpsklos (die es an jeder Hütte gab und somit an fast jedem Checkpoint) und es ging weiter.

Singi – Sälka 12,5 km
Leider war das Wetter an diesem 2. Tag bedeckt und die Wolken hingen sehr tief, so dass es manchmal zur Tröpfchenbildung kam. Heute ging es bei mir nicht so gut. Der Knöchel tat weh und die Beine waren schwer. Aber es gibt ja eh keine andere Möglichkeit als einfach zu wandern – andere Sorgen musste man sich nicht machen. Wir bogen also um die Ecke vom Fuß des Kebnekaise und gingen durch das nächste lang gezogene Tal. Es ging immer ein wenig bergan, fast nicht bemerkbar. Die Steine wurden etwas weniger auf dem Weg. Bohlen kamen aber umso häufiger, weil der Boden hier relativ nass war. Zum Mittag aßen wir Maccaroni Cheese (die beste Mahlzeit von allen). In Sälka kamen wir gegen 3 Uhr nachmittags an, holten uns einen Stempel und nutzen die dort vorhandene Sauna. Die Muskeln konnten entspannen, wir konnten uns waschen und konnten somit gestärkt weiter. Wir konnten dort Kaffee/Tee bekommen und ein Karottenmuffin essen. Während dieser Kaffeepause landete ca 50 m von uns ein Helikopter, um einen Mann, der anscheinend starke Knieschmerzen hatte (vermutl. Kreuzbandriss, so wie das einknickte beim Laufen), auszufliegen. Der arme, aber immerhin konnte er so einen Rundflug übers Fjäll machen. Immer positiv denken.

Sälka – Tjäkta 12 km
Wir hatten unser Tagesziel noch nicht erreicht und ich wollte den vor uns liegenden Tjäkta-Pass unbedingt noch an diesem Tag überqueren. Sälka lag 835 m hoch und der Tjäkta-Pass ging über den höchsten Punkte (1140 Hm) der Tour. Wirklich ein süßer Höhenunterschied von 300 Hm. Wir sind schon allein in der schwäbischen Alb anderes gewohnt. 😉 Nun ja es ging erst wieder durch ein lang gezogenes Tal der links von uns von einem Fluss begleitet wurde. Wir sahen Rentiere links und rechts vom Weg. Kurz vor dem Anstieg stärkten wir uns noch mit Beef Jerky und einem Früchteriegel. Auch wenn der Anstieg kurz und sehr machbar war, hatten wir schon 23 km in den Knochen für diesen Tag und waren schon etwas müde, so dass eine Stärkung nötig war. 🙂 Nach ca. einer halben Stunden waren wir oben uns es gab nur ein Schild: „höchster Punkt“ und ein Klo. Die Aussicht war schlecht, da die Wolken nach wie vor sehr tief hingen. Ich dachte eigentlich, dass danach gleich eine Schlafmöglichkeit kommen würde, da es nie an solchen mangelte. An dieser Stelle war es anders, denn der Weg führte über ein sehr langes Geröllfeld, auf dem das Schlafen sehr unbequem geworden wäre. Es half alles nichts, es wurde weitergegangen. Der Fuß schmerzte, ich hatte keine Lust mehr und war maulig, aber nach 34 km Tageskilometer kam endlich ein guter Platz zum Schlafen. Es war bereits 21.30 Uhr und wir haben nur schnell das Zelt aufgestellt und sind in die Schlafsäcke und ich bin sofort eingeschlafen. Unser Zelt stand ca. 500 m vom nächsten Checkpoint entfernt, den wir am nächsten Morgen gleich als erstes passierten. Da wir noch am warm werden waren, sind wir nach einem kurzen Schnack gleich weiter.

Tjäkta – Ålesjaure 12,5 km
Es ging also weiter Richtung Ålesjaure. Die Landschaft war nach wie vor die gleiche: Fjäll in einem langgezogenen Tal, links und rechts Berge/Gletscher. Das Wetter entwickelte sich prächtig, die Sonne kam raus und brachte kleine süße Schäfchen-Wolken mit. Auf einem Stein machten wir unsere erste Riegelpause. Wir lagen einfach in der Sonne und haben die Zeit genossen. Wir bekamen besuch von einem jungen Pärchen aus Deutschland mit einem Hund namens Emma. Sie gingen den Kungsleden aber in die südliche Richtung. Mit den zweien schnackten wir ein wenig und sie gingen dann weiter. Als wir uns wieder auf den Weg machen wollten, stellten wir fest, dass die beiden ihre Hundeleine direkt hinter uns verloren hatten. Da sie bereits 5 Minuten weiter waren, machte Bastian sich auf im Laufschritt hinter den beiden hinterher. Er fiel noch hin (-> blaues Knie), aber er konnte sie einholen und Bastian sagte, dass sie sehr dankbar waren. Das war also Bastians gute Tat für den Trail. Es ging also weiter auf und ab über Brücken und Bohlenwegen. Die Hütte Ålesjaure war bereits schon knapp 7 km vorher zu sehen. Was wir allerdings nicht sehen konnten, war der Stand vor dem Checkpoint. Samen hatten dort eine kleine Burgerbude aufgebaut, in der man wieder Rentierburger käuflich erwerben konnte. Da wir allerdings eine andere Mahlzeit eingeplant hatten und wir auch Gewicht loswerden wollten, haben wir dort nur eine kalte Cola getrunken. Auf der Hütte Ålesjaure gab es wieder eine Sauna, die wir auch nutzten. Da mein Verband schon sehr durchgelaufen war, holte ich mir hier einen neuen. Diese Krankenschwester war sehr viel kompetenter und legte mir ein Tape an, was meinen Knöchel viel viel besser unterstütze.

Ålesjaure – Kieron 18 km
Von Ålesjaure blickte man auf einen großen langen See. An diesem wanderten wir entlang zum vorletzten Checkpoint. Die Sonne schien das Wandern machte Spaß, dennoch mussten wir häufiger pausieren, weil mein Knöchel immer mal wieder eine Pause von den Schuhen brauchte. Wir aßen Früchteriegel in der Sonne und wanderten zusammen mit einem Schweden, der die Tour in zwei Tagen machte. Wir überholten ihn und dann überholte er uns wieder. Zum Schluss lief er davon. Am Ende des einen Sees angekommen, war der Ausblick so schön, dass wir sagten, dass wir dort bleiben wollen zum Übernachten. Es waren zwar erst 25 km vergangen, aber manchmal muss man auch einen schönen Platz zum Schlafen über das Tagesziel stellen. In unserem Zelt-Wohnzimmer schrieben wir Postkarten, aßen wir und genossen aus unserer „Tür“ die Aussicht auf die wunderschöne Landschaft. Am nächsten Tag ging es auf zu unseren letzten Etappe. Das erste Stück war nicht sehr spannend. Ein Tal wie die davor auch. Es ging leicht bergab. Am Anfang eines Birkenwaldes kamen wir zum Checkpoint Kieron. Dort gab es drei Pfannkuchen mit Preiselbeermarmelade und ggf Sahne. Für Lisa gab es auch einen. 🙂 Dort trafen wir Stuttgarter, mit denen wir uns kurz unterhielten. Nach einer ausgedehnten Pause ging es weiter in Abisko Nationalpark.

Kieron – Abisko 17 km
Der Nationalpark begann 2 Minuten hinter Kieron, was im Übrigen das samische Wort für Rebhuhn ist, welche wir auch viele sahen. Die Landschaft änderte sich von Fjäll in Birkenwald mit jungem Gras. Der Weg führte entlang am Abiskojaure (See), der unter strahlend blauem Himmel blau funkelte. Das war eine richtig schöne letzte Etappe. Diese frische Grün, mit den weißen Birken und dem blauen Wasser war einfach wunderschön anzusehen. In diesen See ging Bastian baden, um sich zu waschen, aber er war nach 5 Sekunden wieder draußen, weil es einfach so kalt war. Ich wollte auch, wollte aber meinen guten Verband nicht einbüßen, also konnte ich nur meinen rechten Fuß rein halten und in der Tat es war sehr kalt. Dort aßen wir auch unser Mittag. Als Nachbar hatten wir 5 blonde hübsche Schwedinnen (ja sorry, das muss auch mal erwähnt werden, dass Schweden männlich auch als weiblich besonders hübsch sind ;-)). Es ging also weiter. Wir passierten ein Schild, welches besagte, dass es nur noch 10,5 km bis zum Ziel sind. Das hat mich noch mal richtig motiviert und die nächsten 5 km gingen sehr sehr gut, wie Butter. Der See wurde zu einem Fluss in dem wir viel plantschen sahen. Ich wollte nochmal eine Riegelpause machen, aus dem Grund dass ich es soo schön fand und nicht weg wollte und dem zweiten Grund, dass ich wirklich eine Pause brauchte. Ich war schon sehr sehr müde und die letzten zwei Kilometer kamen mir ewig vor, aber auch die waren schnell vorüber – leider. Einmal noch unter dem Highway durch und wir kamen in den Zieleinlauf. Dort wird man jubelnd begrüßt. Da Lisa recht bekannt war, hörte ich zwei Damen rufen: „Liisa, yeah“. Das war ein unglaubliches Gefühl, jeder freute sich für einen, dass man es geschafft hat. Wir bekamen unseren letzten Stempel, eine Bügelbild und eine Goldmedaille. Letztes Jahr gab es noch Gold, Silber und Bronze und nach dieser Aufteilung hätten wir mit 78,58 Stunden eine Silbermedaille gewonnen. Angekommen, kam  nach der Freude die Frustration, dass die Wanderung vorbei ist. Das ist die Freiheit sich einfach um nichts Sorgen zu machen, außer Laufen, laufen, laufen, vorbei war. Wir waren zurück in der Zivilisation.  Und mir fehlte die Natur bereits nach 5 Minuten. Erholt von der Frustration tranken wir Bier/Cider und aßen bei Live Musik im Trekkers Inn Rentier-Döner. Wir tauschten uns mit einem Paar aus Süd Afrika über die Tour aus und stellten fest, dass es locker machbar ist die Strecke auch unter 72 Stunden zu laufen. Der schnellste war btw. 14 Stunden unterwegs. Wo bleibt da der Genuss an der Natur?

Wir hatten im Übrigen sehr viel Glück mit dem Wetter. 20-25 °C ist für August oberhalb des Polarkreises auf keinen Fall normal. Eine Woche zuvor gab es noch Neuschnee und es war sehr kalt. Aber wir hatten 4 Tage schönes Wetter und freuen uns sehr darüber. 🙂

Heimweg
Am nächsten Tag ging es mit dem Bus zurück nach Kiruna.  Von dort aus fuhren wir Richtung Vaxholm bei Stockholm. Mittwoch erreichten wir Vaxholm bei strahlend blauen Himmel. Von dort aus nahmen wir eine Fähre nach Stockholm rein. Wir hatten Glück, dass wir gerade den Dampfer erwischten, der zwar 15 Minuten länger fuhr, aber es war ein schöner Ausflug. Ich kann es jedem empfehlen mit der Fähre nach Stockholm reinzufahren. Die Kulisse, die sich dort abzeichnet ist unvergesslich. Wir schlenderten durch die Altstadt Stockholms und durch Mosebacke. Da wir nur den halben Tag hatten, machten wir uns gegen 18 Uhr zur Fähre zurück. Eigentlich wollten wir uns Skannsen am nächsten Tag anschauen, aber da waren leider keine Hunde erlaubt und sämtliche Museen waren dann leider auch nicht möglich. Wir entschlossen uns, dass wir ohne Hund wieder kommen müssen nach Stockholm (Dogsitter sind gern gesehen, freiwillige?). Wir haben uns die Hand drauf gegeben ein Wochenende nach Stockholm zu fliegen. Nach 13 Stunden Autofahrt am nächsten Tag kamen wir in Bordenau an und somit war der Urlaub zu Ende.

Ich kann wirklich nur jedem empfehlen nach Nikkaluokta zu fahren und den nördlichen Kungsleden zu wandern. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön und das Gefühl von Freiheit beim Wandern ist so groß wie nirgends anders.

Auflösung Loppis: Trödelmarkt

Vitamin D gegen den Jetlag

Gestern kam Bastian aus Montvale, New Jersey (bei New York) wieder und quasi das erste, was er sagte war, dass er heute mit mir wandern gehen möchte. Heute morgen machten wir uns bei kühlen 11 °C auf den Weg nach Eckenbrechtsweiler auf der schwäbischen Alb hinter der Burg Teck. Unser erster Aussichtspunkt war am Beurener Fels nach ca. 2km. Hier ist auch das Panorama oben aufgenommen (mit der Maus nach links oder rechts drehen). Der weg führte, wie typisch für die Schwäbisch Alb, immer am Trauf entlang, so dass es kaum Höhenmeter zu überwältigen gab. Die meiste Zeit der Strecke haben wir keine Menschen getroffen. Am Brucker Fels aßen wir unser Käsebrot und genossen in der Sonne die Aussicht auf die Burg Teck. Über Stock und Stein führte uns der Weg nach Eckenbrechtsweiler zurück und weiter zur Burg Hohenneuffen, wo wir schon auf dem Hohenneuffener Wanderparkplatz von vielen Autos und Menschen überrascht wurden. Wir hatten das „Glück“, dass heute die Kreiskliniken auf der Burg Hohenneuffen ein Fest gaben, es eine Falknershow gab und demnach viele Leute oben waren. Ein schnelles Kristallweizen und eine schnelle Apfelsaftschorle mussten zur Erfrischung reichen, so dass wir uns auf den Weg zurück zum Auto machten. Dabei kamen wir am Startpunkt für die vielen Gleitschirmflieger vorbei. Bei angenehmen Temperaturen und Sonne sitzen wir nun entspannt auf dem Balkon. 🙂