Riesengebirge

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Da mein Vater schon seit langem mit uns ins Krkonoše (Riesengebirge) fahren wollte, haben Bastian und ich vorgeschlagen, dass am Fronleichnams-Wochenende zu tun. Mama und Papa kümmerten sich um die Unterkunft und wir trafen uns Donnerstag Mittag in Vrchlabí (Hohenelbe) in Tschechien.

Hintergrund für das Ziel: Meine Großmutter und mein Großvater väterlicher Seits sind in Horní Lánov (Oberlangenau) geboren und haben bis nach Kriegszeiten als Deutsche dort gelebt. Quasi ein Besuch auf den Spuren meiner Großeltern. […]

Nachmittags begann der Urlaub mit einer kleinen Wanderung zum Žalý (Heidelberg). Bei gutem Wetter wanderten wir gute 2 Stunden und fuhren danach nach Hohenelbe, um dort zu essen, um uns die Familiengruft und um dort das Kino von meinem Großvater anzuschauen. Wir aßen Gerichte der tschechischen Küche und tranken 0,5 L Budvar für 30 Kč (1,20 Euro).

Der nächste Tag begann etwas kühl und nass. Das sollte uns aber nicht davon abhalten auf die Sněžka(Schneekoppe, 1602 m) zu steigen. Wir hatten immer wieder Sonne und Regen abwechselnd. Der Aufstieg zur Schneekoppe war eiskalt, aber dennoch sahen wir Leute mit hässlich lauten Regencapes und Schlappen den Weg hinaufsteigen. Beim Abstieg hatten wir die Chance wieder trocken zu werden. Auf dem Weg zur nächsten Hütte wurden wir allerdings von Hagelkörnern (von vorne) und Gewitter überrascht, so dass wir nass und kalt in der Luční Bouda ankamen, wo wir Kaffee tranken und Apfelstrudel aßen. Der Rückweg zum Auto über den Wiesengrund mit immer wiederkehrenden Blicken auf die Schneekoppe war sonnig und schön, so dass wir die nasse Kleidung und die Hagelkörner nach 17 km Wanderung schon wieder vergessen hatten.
Der nächste Tag sollte laut Wetterbericht nicht besser werden, aber wir waren ja ins Riesengebirge gefahren, um zu wandern. Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Wir hatten zum Glück alle schnell trocknende Wanderkleidung dabei. Wir fuhren zur Spindlerova Bouda (1208 m), um dort unsere Wanderung zu beginnen. Bei 5 °C und Nieselregen ging es erstmal bergauf zur Petrova Bouda (1288 m), die wohl schon länger geschlossen hatte. Der Höhenweg zu den Pramen Labe (Elbquellen) führte uns zu nächst auf der Tschechisch-Polnischen Grenze entlang und wechselte dann ganz nach Polen und zurück nach Tschechien. Nach dem wir alle richtig nass waren und trotzdem nicht aufgaben, hatte das Wetter erbarmen und wir wurden den Rest des Weges mit Sonnenschein belohnt. 1 km hinter den Elbquellen haben wir in Labská Bouda einen Tee getrunken und sind auf einem wunderschönen Pfad auf tschechischer Seite begleitet vom Elbbach zurück zur Petrova Bouda gewandert. Nach 6.5 Stunden und 20 km sind wir wieder an der Spindlerova Bouda angekommen, wo wir uns Waldfruchtplinsen und Apfelstrudel gönnten.
Die Abende verbrachten wir nach dem Essen mit einem Spiel, Bier und Wein in der Pension Imlauf in Vrchlabí.
Was ich noch erwähnenswert finde: Essen und Getränke waren alle total günstig, aber das meine 0,2 L Coca Cola mehr als doppelt so viel gekostet hat als ein 0,5 L Budvar Bier, hat mich schwer beeindruckt. 🙂

Wir hatten sehr schöne 3 Tage im Riesengebirge, wo ich viel von der Heimat meiner Großmutter kennenlernen durfte. Wir freuen uns aufs nächste Mal!

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