Amtlich.

Heute standen gleich zwei Termine an:

  • Eine Besichtigung des Baugrundstücks mit unserem Architekten
  • Der Besuch beim Bau-Ordnungsamt gemeinsam mit Herrn Architekt um vorab zu klären ob wir unsere Pläne auf dem Grundstück verwirklichen können.

Die Schwierigkeit besteht nämlich darin, dass das von uns favorisierte Haus an den Giebelseiten zu gefühlt 90% aus Glasflächen bestehen wird. Diese schönen großen Fenster sollen nun natürlich nicht dazu genutzt werden um den Nachbarn rechts und links von uns tiefe Einblicke in unser Privatleben zu gewähren sondern sollen ‚gen Wald zeigen. so dass wir von drinnen einen schönen Ausblick haben.

Dumm nur, dass laut Bebauungsplan genau das nicht erlaubt ist sondern alle Häuser artig in Reih und Glied stehen sollen, mit den Dachschrägen zur Straße bzw. zum Wald.

Vor Ort hielten wir also ausschau nach evtl. schon gestatteten Ausnahmegehmigungen die es uns in der Argumentation einfacher machen würden, die von uns gewünschte Erlaubnis zur Drehung des Hauses um 90° zu erlangen.

Während in unserer Bebauungsreihe keine anderen Häuser gedreht wurden gab es doch einige mit „atypischen“ Dachformen, d.h. Unsymmetrisch (also known as potthässlich) oder aber ein oranges Haus mit Pultdach, dessen Erscheinungsbild sich nicht wirklich einordnet und dessen größte Front, wenn man also will dessen Giebelfläche auch zum Waldrand zeigt.

Mit Argumenten und Fotos bewaffnet trafen wir nach Besichtigung des Grundstücks auf dem Calwer Bau-Ordnungsamt auf zwei eigentlich ganz umgängliche Herren, die unser Herr Architekt aufs beste verargumentierte.

Neben den offensichtlichen Ausnahmen bei den anderen Häusern (aber eben leider keine Drehung des Firstes) wären als Argumente für die Drehung zu nennen:

  • Durch die großen Fensterflächen wird im Winter nicht unerheblich Sonnenenergie = Wärme eingebracht. Bei Drehung des Hauses zeigen diese Flächen nach Süden, d.h. dem Anspruch an energieeffizientes Bauen wird somit entsprochen. Im Sommer schützen übrigens die großen Dachüberstände bei steiler stehender Sonne vor Überhitzung durch die Glasflächen
  • Es sollte im Sinne der Nachbarn sein, dass diese sich nicht von uns permanent beobachtet fühlen (was aber auf Gegenseitigkeit beruhen würde). Da die Längsseiten des Hauses geschlossener sind, ist es also im Interesse aller Hausbesitzer dort, das Haus zu drehen
  • Weiterhin ist das Haus länger als breit. Durch Drehen des Hauses steigt also der Abstand zwischen den Nachbarn links und rechts von unserem Haus. Somit hat jeder mehr privatsphäre und es gibt weniger Verschattung.
  • Der von uns gewählte Bauplatz ist in zweiter Reihe und nur über eine Zufahrt via Wendehammer zu erreichen. Das Haus ist also perfekt versteckt, so dass das Erscheinungsbild des Straßenzuges, der ohnehin schon sehr bunt ist, nicht gestört.

Die Kollegen vom Amt hörten sich unsere Argumentation interessiert an. Ob Begeisterung oder Ablehnung war den Kollegen nicht direkt abzulesen. Ich meine eine leicht positive Tendenz wahrgenommen zu haben.

Allerdings ist es scheinbar wie überall so: Keiner will Verantwortungen für Entscheidungen übernehmen. Daher wird unser Gesuch in der nächsten internen Besprechungrunde kommenden Dienstag besprochen werden. Hier kann es bereits einen Entschluss geben oder – falls nicht – wird die Entscheidung in irgend ein weiteres Stadtgremium getragen. Problem ist nur, dass dieses Gremium erst im September wieder tagt. Hoffen wir also dass nächster Dienstag gut verläuft.

Hierzu wird Herr Architekt ein paar Unterlagen bereitstellen, so dass unsere Kollegen von heute unser Anliegen gut vorbereitet vorstellen können.

Die Unterlagen:

Nach dem Besuch ging’s also darum etwas zu generieren, anhand dessen die Kollegen vom Amt ihren weiteren Kollegen erklären sollen, warum wir den First drehen wollen. Sprich: Wir durften Hausplanung spielen! Anhand dieser Pläne wird Herr Architekt erste 3D-Skizzen erstellen und gemeinsam mit oben genannten Argumenten den Kollegen vom Amt bereitstellen.

Wir bastelten am Erdgeschoss ca. 1h herum, spielten mit der Eingangstür an der Längs- und Querseite, schauten ob und wie ein Gäste/Arbeitszimmer am besten ins EG passt. Weiter ging’s anschließend mit dem Obergeschoss, 2 oder 3 Schlafzimmer? Großes Bad oder große Zimmer? Offene Fläche oder lieber Ankleide? Dachfenster? Ja bitte.
Gleiches galt für den Keller. Luft-Wärmetauscher oder Geothermie? Alles das wurde heute in ca. 4 Stunden durchgegangen, natürlich ist noch nichts final aber eine erste Planung wurde gemacht, schon bis zu dem Detaillierungsgrad wo es Kippfenster und wo geschlossene Wandelemente gibt. Details hierzu wird es zum geeigneten Zeitpunkt auch hier geben.

Wir werden also voraussichtlich schon am Sonntag/Montag erste Skizzen vom Haus haben 🙂

Hiermit ist also aber auch eine erste, mittlere vierstellige Zahlung verbunden. Wir haben einen Planungsauftrag unterzeichnet. Dieser Planungsauftrag leistet uns eine komplette Detailplanung des Hauses und die Begleitung bis zum Vertragsabschluss. Da ja noch nicht 100%ig sicher ist, dass es dieses Haus auf diesem Bauplatz wird ist natürlich Risiko mit im Spiel aber ohne diesen Planungsauftrag werden wir nie wirklich erfahren, ob’s klappen würde. Das gute jedoch ist, dass sollte das Grundstück nicht unseres werden, bei Planung auf einem neuen Grundstück nicht noch einmal der Auftrag fällig ist. Sollten wir uns jedoch einen anderen Anbieter suchen ist – na klar – auch das Geld hin .

Wie geht’s weiter? Wir warten auf Dienstag was die Kollegen vom Amt erreichen. Sollte es hier positive Signale geben, geht’s voraussichtlich bei der Finanzierung weiter. Und letztendlich wird diese entscheiden ob Projekt Haus in Calw was werden kann…

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− two = five