Honey Bee – Honey Ale

Thanks Obama! Obama brachte im Jahr 2011 ein Homebrewing Kit mit ins Weiße Haus. Mitarbeiter im weißen Haus unter denen auch Hobbybrauer sind, taten sich zusammen und brauten Bier. Ihre besondere Zutat in jedem Bier, welche die Biere wiedererkennbar macht, ist die Zugabe von Honig.
Laut Überlieferungen ist Obama der erste Präsident, der im weißen Haus Bier gebraut hat. Washington braute im Mt Vernon sein Bier und Jefferson machte Wein im weißen Haus. Bier wurde dort wohl noch nie gebraut.

Zwei Rezepte ihrer Biere haben sie online gestellt: White House Honey Ale und White House Honey Porter. Wir wollten die Zutat Honig auch ausprobieren und sind bei der Internet Recherche auf das White House Honey Ale gestoßen. Honig soll dem Bier ein reiches Aroma und ein schöne Note geben, ohne es süßen. Wir waren gespannt.

Da es unser Bier werden sollte und nicht exakt das gleiche wie das von Obama, haben wir das Rezept (was wir auf der Seite des weißen Hauses gefunden haben) etwas abgeändert. Wir versuchen darauf zu achten, dass wir nicht zu viele Reste übrig behalten oder dass wir auch kleine Reste beim Brauen aufbrauchen.

Unser Honey Bee Honey Ale ist ein obergäriges Bier mit zwei verschiedenen Malzen: Pale Ale und Amber Malt. Pale Ale Malz ist ein Standard Basismalz und Amber Malz dient vor allem der Farbe, weil es Biere rötlich macht. Durch sein etwas stärkere Röstung (im Vergleich zu Pale Ale Malz) bringt es einen leicht karamelligen Geschmack ins Bier.
East Kent Golding und Tettnanger wählten wir als Hopfen aus. Beide Hopfensorten sind eher Aromahopfen, haben also ein geringeren Anteil an alpha-Säure. Das heißt aber nicht, dass diese Hopfensorten dem Bier nicht auch einen bitteren Geschmack geben. Es ist nur weniger bitter. East Kent Golding ist der König der englischen Hopfen und hat ein leicht süßes, würziges und feines Aroma. Tettnanger hingegen ist ein Deutscher Hopfen vom Bodensee und hat eher erdige, kräuterige und blumige Aromen. Die Aromen zusammen gefasst erinnern doch irgendwie auch an Honig, weshalb Honig gut in dieses Bier passen muss.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir nach Deutschem Reinheitsgebot also kein Bier gebraut haben, denn Honig ist eine Fremdzutat. Ganz genau genommen haben wir hier ein Biermischgetränk, was nichts daran ändert, dass es ganz gut gelungen ist.

Biertyp: Honey Ale
Hefe: Danstar Windsor(Saccharomyces cerevisiae
Malze: Pale Ale, Amber
Hopfen: East Kent Golding, Tettnanger
Stammwürze: 15,2 °P
Alkoholgehalt: 6,6 %

Zugabe von Irish Moss und Honig

 

 

Geschmacklich hat es mir sehr gut gefallen. Bastian war kein großer Fan. Der Honiggeschmack war sehr deutlich, was ich gern mochte. Es hatte eine schöne Carbonisierung und die Farbe war auch schön. Trotz seiner 6.6 % Alkohol konnte man es gut trinken und war nicht zu dominant in einem der Geschmäcker.

HoneyBee ist eine gemeine Biene im Super Mario Land 2 auf dem GameBoy. Die Level spielten in einem Baum (tree zone). Vielleicht erinnert sich der ein oder andere. Es ist wohl naheliegend, dass ein Bier mit Honig auch einen Namen bekommt, der mit Honig oder Bienen zu tun hat. 🙂 Wir mussten aber lange überlegen bis wir auf die Bienenidee kamen.

Auf Barack Obama – hast Du gut gemacht. Cheers!

Laverne – Dark Saison

Unser Ladenhüter… Laverne haben wir gebraut, weil dies die Vorgabe für einen Homebrew Wettbewerb war. Es galt also ein Dark Saison zu brauen. Ein Dark Saison ist ein Pale ale, welches in den kühleren Monaten auf Farmen in der Wallonischen Region Belgiens gebraut wurde. Es wurde dann gelagert, damit es in den Sommermonaten getrunken werde konnte. Ursprünglich hatte es ein Alkoholgehalt von ca 4 %, aber moderne Saisons haben mittlerweile 4.5-7 % Alkohol. Sie sind stark carbonisiert und haben einen fruchtig scharfen Geschmack. Dieser fruchtiger scharfe Geschmack kommt durch die Fermentationstemperatur über 20 °C. Dadurch entstehen sogenannte Ester, die für fruchtige Geschmäcker verantwortlich sind. Orangenschale, Salz, Koriander oder Ingwer sind erlaubte Zutaten. Es gibt helle Saisons, die werden oft mit Pilsner Malz gebraut, es gibt aber auch dunkle Saisons wie unsere, die dann eher mit stärker gerösteten Malzen gebraut werden.

Wir haben uns auch an einem Dark Saison versucht. Mit den Malzen Pilsner, Bisquit, Crystal, Abbey und chocolate haben wir ein bernsteinfarbenes Bier bekommen. Aber irgendeins der Malze hatte es mit einem lakritzigem/seifigen Geschmack versehen. Ich vermute es war das Bisquit Malz. Oder die Hefe hat einen komischen Geschmack erzeugt. Wir wissen es nicht genau.

Beim Homebrew Wettbewerb gab es Platz 3 von 4. Das war ok für uns. Ich muss sagen, dass ich weder Platz 1 noch Platz 2 mochte. Ich glaube es liegt einfach daran, dass ich keine Dark Saison Biere mag. Obwohl wir neulich in Salzburg ein Saison der Brauerei Stiegl hatten (Pausenbrot), welches ich ganz gerne mochte.

 

laverneBiertyp: Dark Saison
Hefe: Mangrove Jack’s #M29 (Saccharomyces cerevisiae
Malze: Pilsner, Bisquit, Crystal, Abbey, Chocolate
Hopfen: East Kent, Golding
Stammwürze: 13,3 °P
Alkoholgehalt: 7,5 %

Zugabe von Irish Moss, Weißer Pfeffer, Orangenschale

 

Laverne ist eine Figur aus dem Adventure Game Day of the Tentacle. Ein bisschen verplant und verpeilt ist die Medizinstudentin Laverne, die durch einen Fehler in der Zeitmaschine 200 Jahre in die Zukunft geschleudert wurde. Verplant und Verpeilt irgendwie zwei passende Beschreibungen auch für unser Bier, so dass wir das ganz passend fanden.

Wir haben ein Bier gebraut, was wir beide nicht als unser Lieblingsbier bezeichnen würden, aber meiner Mom Annett schmeckte es im übrigen gut. 🙂

In diesem Sinne einen schönen Rest-Sonntag Abend.

Cheers!

PS: Bierbilder gibt es ab dem nächsten BlogEintrag wieder.

Treberbrot

Nach dem Maische-Prozess bleibt jede Menge Treber über. Unter Treber wird das ausgelaugte Malz im Brauprozess verstanden. Pro Brau-Ansatz bleiben bei uns zwei Eimer über. Der größte Teil davon geht an die Wildschweine im benachbarten Wildschweingehege und 500g verarbeite ich zu leckerem Schinken-Treberbrot. So ist es möglich zu selbst gebrauten Bier auch selbst gebackenes Brot zu essen, was eine fabelhafte Vesper ergibt. 🙂

Die Zubereitung ist sehr einfach und möchte ich hier kurz erläutern.

Nachdem ich das Mehl mit dem Treber vermengt habe, gebe ich Trockenhefe dazu und rühre diese unter. Anschließend gebe ich die Schinkenwürfel (das Brot schmeckt auch vegetarisch, aber wir mögen es lieber so) dazu und durchmenge alles. Eine Prise Salz und Zucker dürfen nicht fehlen, Bevor ich langsam das Bier dazu gieße. Anstelle von Wasser wird im Treberbrot Bier verwendet. Wir haben schon verschiedene Sorten ausprobiert, aber leider keinen nennenswerten Unterschied erschmeckt, so dass ich meistens ein Bier verwende, was gerade da ist (eigenes oder gekauftes). Übrigens geht der Teig besser auf, wenn das Bier Zimmertemperatur hat oder etwas in der Mikrowelle erwärmt wird, bevor es zum Mehl kommt. Die Menge an Bier, die dazugegeben wird, ist variabel, da der Treber eine gewissen Restfeuchte hat. Anschließend wird der Teig 20-30 Minuten von der Küchenmaschine durchgeknetet und an ein warmes Plätzchen zum Ruhen und Gehen gestellt. Meistens backe ich zwei Brote, so dass ich aus dem Teig zwei Laibe forme, sie einritze und mit Wasser benetze, wodurch die Kruste sehr schön krustig wird. Im Ofen werden die Laibe für eine Stunde bei 220 °C gebacken.

Das Innere des entstandenen Brotes ist sehr fluffig, weich und wird von einer krustigen Kruste umhüllt. Im Brotkasten bleibt es nach Anschnitt mehrere Tage schön frisch. Nach dem Brauen backe ich meistens zwei Laibe, die ich dann einfriere, bis wir Appetit darauf haben. Seit dem wir Brauen, kaufen wir weniger Bier und auch weniger Brot ein. Treberbrot stellt oft unser Mittagessen dar, wenn wir zum Beispiel brauen. Belegt werden die Brote dann mit Salami, Bergkäse oder anderen Dingen. Sehr gut passen auch Cornichons dazu. Wer bei uns zum Brauen vorbei kommt, zum Gucken oder mitmachen, kommt dann auch meistens in den Genuss dieser Vesper [Feschpor].

Zutaten für ein Brot:

250 g Treber
500 g Mehl
250 mL Bier
125 g Schinkenwürfel
1 Pck Trockenhefe
Prise Salz
Prise Zucker

1h bei 220 °C im Backofen backen.

Cheers!