Elternzeit-Roadtrip entlang der Côte d’Azur und durch die Provence


Bastian hatte im Februar nochmals einen Monat Elternzeit. Da wir noch immer die V-Klasse als Dienstwagen haben, hatten wir Lust nochmals einen Roadtrip zu unternehmen. Da es mitten im Winter war, zog es uns eher Richtung Süden. Frankreich kannten wir nur vom snowboarden in Val Thorens und so kam es es uns sinnvoll vor, uns die Mittelmeerküste mal genauer anzusehen. Natürlich war neben Lisa auch das mittlerweile 11 Monate alte Baby dabei. Da das Baby mittlerweile sehr mobil ist und nicht gern ruhig da sitzt, können wir nur begrenzt weit fahren und dann am besten vormittags. Das wussten wir vorher und haben dementsprechend geplant.

Unsere 2600 km lange Route führte uns über Tessin nach Genua ans Mittelmeer. Von dort aus fuhren wir entlang der Küste mit ein paar Stopps links und rechts.

Wir starteten in Giornico, Schweiz, wo wir uns auf Tip von Andreas vom Feuerring eine kleine Miniausstellung anschauten. Das Museo La Congiunta ist so eine Miniausstellung, bei der man sich den Schlüssel in einer Osteria holen muss. Die kargen Betonskulpturen sind hübsch und auch das Gebäude lohnen auf jeden Fall, wenn man eh dran vorbei fährt.

Da wir zwei Nächte bei Menton bleiben mussten (siehe side story weiter unten), schauten wir uns ausführlich Monaco und Menton an. Monaco war sehr eindrucksvoll und das Wetter war herrlich. 🙂 In Menton spazierten wir auf einem Strandwanderweg und schauten uns einen botanischen Garten an Serre de la Madone. Den hätten wir uns vermutlich nicht angeschaut, wenn wir nicht noch Zeit gehabt hätten.

Wir schauten uns ein Zistersienserkloster in Thoronet (Abbaye du Thoronet) an, was sehr zu empfehlen ist. Es ist klein und sehr hübsch. Die Architektur ist wie das Leben der Zistersiensermönche eher schlicht. Gebaut wurde es im 12. Jahrhundert und ist der Vorläufer der Gotik.

Und wir wanderten auf Porquerolle, eine kleine Insel vor Hyère. In 20 Min kommt man da der Fähre hin. Viele erkunden die Insel mit dem Fahrrad, wir waren zu Fuß unterwegs. Es war wundervoll leer, da die Insel noch Winterschlaf hielt.

In Marseille verließen wir die Küste und fuhren weiter Richtung Norden durch die Provence. Wir spazierten im Château la coste durch den Skulpturengarten, wo wir unter anderem Skulpturen von Calder und Richard Serra bewundern konnten. Wir schlenderten durch Avignon und genossen die Zeit.
Einen Tag starteten wir gleich nach dem Frühstück mit einer Wanderung und anschließend bewunderten wir Pont du Gard, ein riesiger Aquädukt, welcher von den Römern gebaut wurde.
Nachdem wir eine Scenic Route durch das Ardèchetal gefahren sind, schauten wir uns eine unfassbar große Tropfsteinhöhle an – Aven d’Orgnac. Da Winter war, hatten wir eine Exklusivführung auf Französisch.
Am letzten Tag schauten wir im Schokoladenmuseu von Valrhona vorbei, wo man an jeder Infotafel Schokolade probieren konnte. Lecker! Abschließend besuchten wir noch ein Kloster in Cluny.

2600 km – 12 Tage – 15C

Wettertechnisch hatten wir großes Glück: wir hatten ausschließlich Sonnenschein und meistens Temperaturen um die 15C. In Avignon waren es sogar 21C und weiter in der Provence eher einstellig. Viele Orte, die wir anschauten, hielten zwar Winterschlaf und viele Geschäfte hatten zu, so dass ich nur einmal ein Eis bekommen konnte. Aber das war überhaupt nicht schlimm, da wir auch oft die einzigen Menschen waren, die unterwegs waren. Wir konnten die schöne Natur für uns allein genießen, was für mich persönlich mehr wert hat, als eine gut gefüllte Fußgängerzone. Einige Läden machten laut Schild am 15.2. wieder auf, so dass es für den einen oder anderen vielleicht sinnvoller ist, später unterwegs zu sein. 

Das Leben im Van war dieses Mal etwas anders als im Sommer. Es fing damit an, dass man in Frankreich nicht einfach überall stehen kann und im Auto schlafen darf. Wir kauften uns die CampingCard und bekamen dazu Bücher mit allen möglichen Stell- und Campingplätzen. Mit dieser Karte hat man in der Nebensaison auch große Rabatte. So haben wir ein paar mal auf nem Campingplatz und auf Parkplätzen genächtigt. Desweiteren ist das Baby sehr viel mobiler und will klettern ununterbrochen, so dass wir abends damit beschäftigt waren, dass das Baby überlebt. Zuguterletzt: es wurde früher dunkel und damit auch kühl draußen.  Wir haben uns daher knapp 14 Tage von Baguette und Käse ernährt, so wie man das in Frankreich eben macht. Im Van kochen, macht wenig Spaß und da schlief ja auch das Baby. 

Wir waren wieder ohne Kinderwagen unterwegs und hatten ausschließlich das Tuch oder eine Kraxe dabei (Osprey Poco plus). Wenn das Baby schlafen sollte, hatte ich ihn im Tragetuch auf dem Bauch oder auf dem Rücken. Wenn das Baby ausgeschlafen war, war er bei Bastian in der Kraxe und konnte gucken und glucksen. Bei längeren Wanderungen haben wir unterwegs auch mal getauscht. So war es gerechte Teilung und jeder durfte mal Muskeln aufbauen. 

Was uns noch auffiel: Städtereise mit Auto höher als 1,90m in Frankreich ist nicht sinnvoll. Viele Parkplätze, drinnen und draußen, hatten eine Höhenbeschränkung von 1,90m. Das erste mal aufgefallen ist es uns in St. Tropez (da muss man nicht hin…) und ärgerlich war es in Marseille. Nach einer Stunde Parkplatzsuche gaben wir auf und fuhren wieder ohne Marseille gesehen zu haben. In Avignon hab ich besser geplant und vorher einen Parkplatz rausgesucht. In der nebensaison alles kein Problem, in der Hauptsaison könnte ich mir vorstellen, dass die Parkplatzsuche eh anstrengend ist und durch die Höhenbeschränkung zusätzlich erschwert wird. 

Wir hatten tolle 12 Tage im Van, so dass wir traurig sind, ihn bald wieder abzugeben. Wir wollen das auf jeden Fall wiederholen und freuen uns schon auf die nächste Tour irgendwann.

Schön war’s!

side story:
Kurz hinter der französischen Grenze, fuhren wir eine sehr kleine, enge Strass hinauf nach Sospel mit tollen Ausblicken. Gegen 16 Uhr kamen wir an und wollten in der Touristen-Information unseren Stellplatz klar machen. Leider, übersah Bastian einen Bordstein und es machte ein Zischgeräusch. Jip… kaputter Reifen mit faustgroßem Loch. Kein Problem, Mercedes kontaktiert und die kümmerten sich. Wir warteten 3,5 h auf den Abschleppdienst, der sehr überrascht war, dass wir im Van schliefen. Er ging davon aus, dass er nur Fahrer und Auto abschleppen müsste. Lösung: Lisa bleibt im Van, Bastian und ich fahren im Abschleppauto. Das Baby auf meinem Schoß. Und wir dürfen im Depot des Abschleppdienstes in Nizza im Van schlafen. Wir fuhren also 2h durch die Berge zurück nach Nizza. Kurz vor Nizza tankten wir und Bastian sagte mir da: „jetzt kann ich’s dir ja sagen: wir fuhren die ganzE Zeit (~2h) auf der Tankreserve und das Stocken des Motors gerade, war das Zeichen, dass unbedingt getankt werden sollte.“ der Fahrer war auch irgendwie nervös. Nun ja, wir haben es heile zum Depot geschafft. Das Baby war sehr kooperativ und schlief während der Fahrt. Am nächsten Morgen wurden wir nach Menton gefahren, wo eine Mercedes Werkstatt übernahm. Leider kam der neuer Reifen Erst am nächsten Tag, so dass wir eine Nacht im Hotel schliefen und wie einen Leihwagen hatten. Um das alles hat sich Mercedes gekümmert, so dass wir kaum Ärger hatten. Dafür viel Zeit, um uns ausgiebig Monaco und Menton anzuschauen.

das Auto von Bastian, das hat’n Loch im Reifen ..

Roadtrip durch Skandinavien während der Elternzeit

Unsere Urlaube waren in den letzten Jahren meistens Outdoor Aktivitäten – wandern, Kanutour etc. Da wir nun nicht mehr nur zu dritt sind, sondern zu viert und das jüngste Familienmitglied erst 5 Monate alt ist, gehen natürlich lange Wanderungen mit Zelt in diesem Jahr nicht. Da für uns eine Ferienwohnung zu nehmen nicht in frage kam und wir auch nicht 100% darauf verzichten wollten draußen zusein, kam die Idee auf, dass wir einfach mit einem Van mit Aufstelldach zum Nordkap fahren könnten. Genügend Zeit dank der Elternzeit hatten wir und den Van dank Dienstwagen auch.

5 Wochen Zeit – Elternzeit + Urlaub – lagen vor uns. Auf gehts ins Abenteuer mit Baby und Hund zum Nordkap.

Da in Skandinavien (außer Dänemark) das Jedermannsrecht herrscht und man so überall schlafen darf, haben wir im Vorfeld sehr wenig geplant – eigentlich nur die Fähre von Hirtshals, Dänemark nach Kristiansand, Norwegen. Es sollte also über Norwegen zum Nordkap gehen und über Finnland, Schweden wieder zurück in den Süden.

In Norwegen starteten wir mit zwei scenic routes: Sognefjellet und Aurlandsfjellet. Die beiden scenic routes führten uns durch wunderschöne Landschaft mit Fjorden, die zwischen großen Felsbergen lagen. Die Pässe führten durch Gegenden, die ans Fjäll erinnerten, wie bei unserer Fjällräven classic Wanderung am nördlichen Kungsleden vor 7 Jahren.

Der Weg führte uns vorbei am Geiranger Fjord zum Trollstigen. In Geiranger selbst hielten wir nicht, hier war es uns zu touristisch. Denn hier hält das riesengroße Kreuzfahrtschiff. Am Trollstigen machten wir ein Stopp. Das Baby war wach und es war schön hier. Natürlich haben wir auch vorher schon hier und da gehalten, um Pause zu machen. Spaziergänge, Stillen, Vesperpause etc. an schönen Orten. Wir ließen uns treiben. Das Wetter war auch ganz auf unserer Seite. Über Trondheim ging es weiter nach Norden.

Unsere Route verlief auf der E6, die uns schnell zu langweilig wurde, so dass wir uns entschieden näher an der Küste zu fahren: Helgelandskysten. Von Brønnøysund ging es an der Küste entlang bis nach Bodø über 6 Fähren. Bei eine dieser Fähren haben wir auch den Polarkreis überquert. Das wurde sogar in der Fähre angesagt. Nun waren wir in einer Region, wo es im Sommer niemals dunkel wird. Ich hatte Sorge, dass das das Baby komisch finden könnte. Die Bedenken waren unbegründet. Das Baby hat gut oder schlecht geschlafen wie immer, eher besser als zuhause. Die Landschaft war total schön, Gletscher, Fjorde, offenes Meer, Berge, Tunnel, Fähren, schöne Brücken alles dabei. In Saltstraumen, kurz vor Bodø, schauten wir uns den stärksten Gezeitenstrom der Welt an.

Von Bodø aus nahmen wir die Fähre nach Moskenes auf den Lofoten. Das war ein bisschen blöd geplant von uns, weil wir von 13 bis 18:45 Uhr an der Fähre angestanden haben. Im Nachhinein würde ich hier das Ticket vorher online kaufen. Es wollten viele Leute rüber, so dass wir keinen Platz mehr auf der früheren Fähre bekommen haben. Eine kleine Geduldsprobe für mich, denn die Fähre fährt 3h und Ankunft ist lange nach der eigentlichen Zubettgehzeit des Babys. Und natürlich wollte das Baby auch keinen richtigen Mittagsschlaf machen. Aaaaaber alles unbegründet, Fährfahrt war gut. Er wurde dann natürlich etwas unruhig, war aber weit davon entfernt laut zu weinen. Gegen 22 Uhr kamen wir also auf den Lofoten an und wir fuhren direkt zu einem großen Parkplatz in Å i Lofoten, den wir mittels der App park4night herausgesucht haben. Kein romantisches Örtchen, aber für eine Nacht ok.

In The Bakery in Å hatten wir sehr leckere Zimtschnecken und Kardamomschleifen zum Frühstück. Im Nachhinein: die besten auf dem gesamten Trip. Wir hatten uns einige Punkte rausgesucht, die wir uns anschauen wollten oder erwandern wollten. Keines konnten wir so richtig, weil es keine freien Parkplätze gab. Und das hat uns die Lofoten leider etwas vermiest. August ist scheinbar nicht die beste Zeit, um die Lofoten zu besuchen: es waren überall viele viele Menschen, so dass man auch keine Parkplätze mehr finden konnte. Jeder mögliche Parkplatz war belegt. Die Straßen sind so eng, dass auch am Straßenrand keine Möglichkeit bestand zu parken. So konnten wir die eigentlich wunderschöne Halbinsel meistens nur vom Auto aus bewundern. In Nusfjord einem kleinen Fischerort gab es einen Parkplatz, so dass wir da lang rumliefen und versuchten nicht allzu frustriert zu sein. Am nächsten Tag standen wir früh auf und waren bereits halb 10 am Wikingermuseum, um einen Parkplatz zu bekommen. Das Museum kann ich wärmstens empfehlen, denn in Borg wurde eine der größten Wikinger Siedlungen ausgegraben und zu einem Museum gemacht.

Nach 2 Tagen auf den Lofoten (wir müssen da definitiv nochmal hin außerhalb der Hochsaison) fuhren wir Richtung Alta, wo wir uns die Nordlichtkathedrale anschauten. Das Sakralgebäude wurde 2013 erst fertig gestellt und ist sehr imposant und hübsch. Anschließend folgten 3 Stunden Lappland pur bis zum Nordkap. Nachdem wir akribisch Ausschau hielten nach Rentieren und es kaum abwarten konnten, welche zu sehen, sahen wir ab einem gewissen Punkt Unmengen. Sie standen am Straßenrand und grasten oder sie standen auch mal mitten auf der Straße. So schöne Tiere, den wir so nah sein konnten.

Am 8. August 2019 17:30 Uhr war es dann endlich so weit: wir erreichten das Nordkap. 4 Grad, graues Wetter – so wie ich es mir vorgestellt habe. Wahnsinn! Ich habe mich so gefreut, dass wir es wirklich geschafft haben. Am Nordkap selbst ist es eher umspannend: Touristenzentrum und Aussichtsplattform. Und das Nordkap ist gar nicht das nördlichste Ziel, was man mit dem Auto erreichen kann in Europa. Das liegt etwa 4 km entfernt, ist aber nicht so spektakulär wie das Nordkap. Nun gut, der Weg ist das Ziel und der war bisher toll.

Nach knapp zwei Wochen traten wir also schon die Rückreise an, denn ab da ging es nur noch südlich. Am nächsten Morgen (wir schliefen über Nacht am Nordkap) fuhren wir Richtung Finnland: der Pallas-Yllästunturi Nationalpark. wir machten eine kleine Tour von 7 km auf eine Erhöhung, um einen Überblick über dan Park zu haben. Das Wetter war nicht strahlend, dafür feucht, grau. Aber das machte es so besonders, verschiedene Grau- und Blautöne waren am Himmel zu sehen, es gab tief hängende Wolken und mancherorts etwas Nebel. Wenn dort die Sonne geschienen hätte, wären wir gebraten worden, da es keinen Bäume gab, die Schatten spenden könnten. Auch hier trafen wir Rentiere, die ihre Morgenrunde 50 m von uns entfernten machten. Lisa war eher unbeeindruckt und das Baby findet im Moment alles spannend

In Rovaniemi verließen wir Lappland und überquerten erneut den Polarkreis. An dieser Stelle hat sich ein Visitorcenter niedergelassen, wo der Weihnachtsmann sein Büro hat. Ein Spektakel… 100 Giftshops, in denen man Kruscht kaufen kann… Dinge, die die Welt nicht braucht. Natürlich kann man auch den Weihnachtsmann treffen und sich photographieren lassen. Wir haben darauf verzichtet.

Die gesamte Strecke vom Nordkap bis nach Rovaniemi wurden wir von Rentieren begleitet. Sie waren überall. Nicht selten mussten wir anhalten, weil 5-6 Tiere die Straße gemächlich querten.

Übrigens trafen wir in Rovaniemi eine schlechte Entscheidung: wir fuhren an der finnischen Ostseeküste (bzw. Bottnisches Meer) Richtung Süden und glaubt mir, hier war es maximal langweilig. Nichts gegen Dänemark, aber es fühlte sich hier so an, wie wenn man von Rødby nach Helsingør fährt: Breite, lange Straße, viel Agrar und flaches Land. Puh waren wir enttäuscht. Wir haben nicht genügend gut recherchiert an dieser Stelle und im Nachhinein wäre das Landesinnere in der Seenlandschaft vielleicht schöner gewesen. Auch Finnland muss eine zweite Chance bekommen. Nun waren wir hier: Wir fuhren von Tornio nach Turku über Seinajöki. Dort gab es das Aalto Center: 6 Gebäude entworfen von Alvar Aalto, fertiggestellt in den 1960er. Klare Strukturen und wohl die wichtigste Arbeit von Alvar Aalto. Wer Architektur mag, sollte dort unbedingt vorbei fahren. Es macht Spaß dort rum zu laufen und sich alles anzuschauen.

Es ging mit der Fähre von Turku nach Mariehamn auf Åland. Åland ist eine finnische Insel zwischen Finnland und Schweden, auf der schwedisch gesprochen wird. Da diese Insel keiner haben wollte, hat sie sogar eine eigene Flagge. Knapp 6 h braucht die Fähre durch die Schären von Turku. Der Weg lohnt sich. Bei strahlend blauen Himmel kamen wir in Mariehamn an und wir waren gleich verliebt. Hier ist’s schön. Wir schauten uns ein altes russisches Militärgelände vom ersten Weltkrieg an. Es gab hier schöne Natur und es lies sich nur schwer erahnen, dass das Militärgelände war. Seit 1921 ist Åland neutral und demilitarisiert. Den Abend verbrachten wir am schönsten Schlafplatz der gesamten Reise: alleine auf einem Granitfelsen zwischen Latschenkiefern und Ausblick über die Ostsee. Zum Frühstück gab es im Café Uffe på Berget Ålandpancaka, ein Grieskuchen mit Kardamom, Sahne und Obst. Lecker! So frisch gestärkt schauten wir uns Kastelholms slotts an: eine guterhaltene mittelalterliche Burg in Sund.

Die nächsten Tage verbrachten wir in Skansen, Stockholm. Ein schönes Freilichtmuseum über Schweden, wie es mal war und manchmal noch ist. Der Besuch lohnt sich definitiv, aber vieles haben wir auf unserer Reise bereits in real life gesehen. Dennoch ist es total gut gemacht und kinderfreundlich. Südlich von Stockholm in Skärholmen schauten wir uns einen Garten an, der von Piet Oudolf designt wurde – er sah aus wie unser Garten.

Wir machten ausserdem noch Halt in Älmhult, um das Ikea Museum zu besuchen. Dort waren wir auch bei Ikea einkaufen (es regnete an dem Tag). Auf dänischer Seite hielten wir im Louisiana  Museum, Museum of modern Art. Mir fiel es persönlich schwer mich auf die Ausstellungen einzulassen. Es ging viel um das Thema Flüchtlinge und Krieg. Ich war so in Urlaubsstimmung, dass ich mich nicht so recht öffnen wollte für so ein schweres Thema. Eigentlich wollten wir noch durch Christiania in Kopenhagen laufen, allerdings hat uns der Wettergott im Stich gelassen, es regnete. Deswegen waren wir bereits nach 3 Wochen zurück in Calw.

Fazit:

Einen Roadtrip mit Campervan mit einem 5 Monate altem Baby funktioniert sehr gut. Dadurch, dass er immer in der gleichen Umgebung einschlafen konnte abends, musste er sich nur an das Auto gewöhnen und das ging sehr schnell. Tagsüber die Fahrerei hat das Baby mit genügend vielen Pausen sehr gut mitgemacht. Wir hatten zu viert (mit Lisa natürlich) eine sehr intensive und schöne Zeit. Natürlich gab es auch mal anstrengende Momente, wenn ich oder das Baby müde waren. Aber zusammengefasst war alles sehr einfach und sehr sehr schön. Die gesamte Reise waren wir ohne Kinderwagen unterwegs und nur mit Tragetuch. Das reichte vollkommen aus, es gab nie den Moment, wo ich den Kinderwagen vermisst habe.

Mit Baby würde ich auf eine Standheizung  in Skandinavien nicht verzichten auch im August. Es gab einige Nächte, in denen es nur 4 Grad hatte und die sind auch im Auto kalt. Nach dem wir in Deutschland mehrere Tage weit über 30 Grad hatten und ich am liebsten auswandern wollte, weil es mir zu heiss war, wurden wir in Skandinavien entschädigt. Es war selten über 20 Grad warm, und die Sonne schien. Für mich perfekt. Und da Bastian und ich uns da sehr ähnlich sind, war es das perfekte Sommerwetter für uns.

Wir haben während der drei Wochen immer alles selbst gekocht und waren quasi nie essen. Auch bei Regenwetter konnten wir im Van kochen oder haben Brot gegessen. Wir hatten in Deutschland ein paar Grundnahrungsmittel eingekauft und habe alles andere unterwegs gekauft. Gekühlt haben wir alles in einer Kühlbox. Eine super Idee von Bastian war, Samla Boxen von Ikea zu kaufen, um Ordnung im Van bewahren zu können. Diese Vorausdenken hat sich auf jeden Fall sehr bewehrt.

zum Schluss noch etwas Statistik:

Dauer: 22 Tage
Länge: 8400 km
Tunnel: unendlich viele
Längster Tunnel: 11 km inkl. Kreisverkehr
Fähren: 15-20 Stück
Längste/kürzeste Fähre: 5h 45 Min / 10 Min

Es gibt viele Orte, die wir auf jeden Fall nochmal besuchen wollen. Soo schade, dass es so schnell vorbei war.

Eure Jule