Feuerring & Grillterrasse

Den letzten Artikel zum Thema Gartengestaltung habe ich ende Januar online gestellt. In den letzen vier Monaten waren wir nicht untätig und haben einige der im Januar noch geplanten Projekte umgesetzt.
In Bildern festgehalten habe ich allerdings bislang nur das Jüngste – Unsere Grillterrasse. Die anderen bereits fertig gestellten Projekte rund um die Entwässerungskette und der Hopfengarten müssen noch warten.

Die Grillterrasse war von Frau Grubricht (GartenConzepte) schon geplant worden, allerdings als einheitliche Holzdeck-Konstruktion. Ich hatte lange hin und her überlegt ob ich nicht eine Outdoor-Küchenzeile hin zur Hecke mit einbauen wollte, entschied mich aber letztendlich dagegen, da ja so eine Outdoor-Küche nur wenige Tage im Jahr wirklich aktiv benutzt wird, die restliche Zeit aber auch Optik „beansprucht“ und ich nicht überzeugt war, dass ich das ganze Jahr drauf schauen will.

Stattdessen hatten wir ja schon seit Ende letzten Jahres den Feuerring ins Auge gefasst und sind bei den Planungen und Überlegungen immer wieder drauf zurück gekommen.

Feuerring

Der Feuerring ist ein Grill / Feuerstelle / Skulptur des Schweizers Andreas Reichlin und vereint ziemlich gut Dinge, die ich mag:

  • Wer ein bisschen im Blog-Archiv stöbert weiß dass Grillen/Smoken hoch im Kurs bei uns steht, der Ring mit seiner Teppanyaki-ähnlichen Grillfläche ist hier eine super Bereicherung.
    Der Innere Bereich des Rings wird bis zu 300°C heiß, aussen so rund 100°C – 150°C.
    Auf der Metallfläche hat man wunderbar viel Platz um ausgiebig Fleisch, Gemüse, etc. zu Grillen.
  • Mit einer Feuerstelle hatte ich schon lange geliebäugelt, wollte aber nicht so viel Raum und Platz einer festgemauerten oder anders befestigten Feuerstelle einräumen, die dann auch gleich so Raumgreifend daher kommt. Zudem vertragen sich meist Feuer und Holzterrasse nicht so gut. Durch das „Tiefergelegte Feuer“ im Ring werden die wegplatzenden Funken gehalten und springen nicht nach aussen. Wenn man dann noch mit vernünftigen Holz und nichts harzigem / feuchten Zeug heizt ist das überhaupt kein Problem.
  • Last but not least (eigentlich eher allen voran) ist aber für mich der Ring eine schöne Gartenskulptur mit Gebrauchswert. Seit meinem Besuch im Storm King Arts Center in New Jersey habe ich eine Leidenschaft für Metallplastiken in der Natur. Da ein echter Calder etwas groß und auch etwas teuer ist, suchte ich schon länger nach ästhetisch ansprechenden Formen, die etwas  Kunst in den Garten bringen. Mit seinem leichten Fuß und der klaren Form, die dennoch Spannung hat, passt der Ring wunderbar zum Haus/Garten-Konzept. Das ehrliche Material, was mit Benutzung und  Wetter gerne Patina und Spuren bekommen darf, tut sein übriges.

Nach mehreren Monaten immer wieder auf Youtube / Vimeo / Instagram, etc. nach neuem Content zum Objekt der Begierde suchens bot sich ende April die Gelegenheit im Rahmen eines Konzertes mit CalvVoci in der Schweiz einen kleinen Abstecher nach Immensee, der Heimat des Feuerrings zu machen und an einem „Probegrillieren“ teilzunehmen, bei dem man das Produkt kennenlernen konnte aber natürlich auch ein bisschen Werbung vermittelt bekam. Bei meinen vorherigen Internet-Recherchen hatte ich mich schon auf den Luna 50-Ring eingeschossen – Auch beim Besuch vor Ort stach für mich dieser Ring mit seinen Proportionen und der Spannung des nicht vollständigen Halbkreises (Wikipedia sagt das nennt man „Kugelsegment„) eindeutig hervor.

Mit dem Besuch war der Kauf beschlossene Sache. Offen war für mich noch ob ich ihn wirklich liefern lasse oder doch selbst abhole. Bei 1,30m ist jedoch der Transport im Auto keine Option, es hätte also mindestens einen Anhänger gebraucht plus Aufwand beim Verzollen, plus ein Tag Fahrerei, etc. Letztendlich haben wir also die bequeme Lieferung per Spedition gewählt.

Nachdem also klar war, dass auf der Grillterrrasse der Ring stehen wird musste natürlich der Stellplatz mit eingeplant werden. Hierzu haben wir mittig im vorderen Bereich einen ca. 2x2m großen Kieskasten mit eingebaut, auf dem nun mittig der Ring stehen kann, so dass evtl. übertropfendes Fett nicht auf das Holz tropft sondern im Kies verrinnt.

Die Terrasse selbst ist von der Konstruktion sehr ähnlich zur ersten rund ums Haus, steht ebenfalls auf Kunststoff-Füßen und ist wieder mit Bankirai belegt. Durch die Erfahrung der ersten Terrasse ging der Bau schnell von der Hand. Zur Verankerung im Erdreich sind die äusseren Unterkonstruktions-Leisten auf 8 Bodenhülsen mit höhenverstellbaren Terrassenlagern abgestütz. Da das Gelände leicht abschüssig ist und ich keine Lust auf Erdarbeiten hatte, wurde der Höhenunterschied mit Kunststoff-Füßen unterschiedlicher Höhen ausgeglichen. Der Boden ist recht harter Mutterboden mit Rasen, hier habe ich zur Vorbereitung einfach den Rasen so kurz wie möglich gemäht, ein dickes Unkrautvlies as Kunststoff ausgelegt und die Füße daraufgestellt. Bislang kann ich an der Methode nichts negatives finden. Die Terrasse ist stabil, ich höre keine Füße klappern, die auf Absenkungen zurückschließen ließen o.ä. Für Langfrist-Erfahrungen ist es natürlich noch zu früh.
Als Planungs-Hilfe kann ich wie schon 2014 diese (kostenpflichtige) Anleitung als PDF empfehlen.

Die Terrasse wurde Mitte Mai fertig gestellt, Just in Time zur Lieferung des Rings.

Unterkonstruktion auf Kunststoff-Füßen

Der Ring kam gut verpackt in einer Holzkiste, die sich praktischerweise gleich verfeuern lässt 🙂
Auch wenn ich vorgewarnt war, war ich etwas zu optimistisch, dass ich den Grill alleine aufstellen könnte. 220kg Metall sind halt ein Wort.
Insbesondere das Gartentor, durch das der Ring nur hochkant passt, war eine kleine Herausforderung.
Meine erste Idee war Schwerlastrollen an die Box anzuschrauben, diese dann Hochkant zu stellen und durchs Gartentor zu rollen. Leider gaben die Rollen schon beim Aufrichten der Box nach und beim Pflaster mit den großen Spalten knickten sie dann sofort um. Plan B war dann den Ring auszupacken und auf Baudielen in Wipp-Bewegungen zu bewegen. Beim Gartentor gelang es dann mit mutigen Wipp-Bewegungen zu zweit den Ring auf die Kante zu „wippen“ und dann Durchzurollen. (Alles auf Untergrund von Bau-Dielen und alten OSB-Platten – Sonst gäb’s sicher Kratzer und Macken).
In gleicher Technik – Wippen + Drehen + Schieben – über Dielen und OSB-Platten lies sich der Ring auf die Terrasse auch bergan rangieren.

Transport-Box

Nach 3-4 Tagen mit dem Ring auf der neuen Terrasse bin ich höchst zufrieden!
Das Grillen klappt gut (siehe Bilder); Die Feuerstelle spendet Wärme und Gemütlichkeit und auch der Blick aus dem Fenster oder von der Terrasse ist schön und die Skulptur fügt sich gut in die Umgebung ein.

 

 

 

Gartengestaltung 2017

Nach längerer Pause möchte ich mal wieder ein kleines Update zu den kontinuierlichen Improvements rund ums HUF Haus geben.

Bereits im Herbst 2015 hatten wir uns nach einem Gartenarchitekten umgeschaut – Zu Enttäuschend waren die eigenen Ansätze die Gartenfläche hinter dem Haus selbst zu gestalten. Zum einen fehlte uns die kreative Eingebung, zum anderen die Radikalität einen „freien“ Raum vernünftig zu gliedern. Gleichzeitig vegetierten die am Rand des Rasens gepflanzten Pflanzen eher schlecht als recht vor sich hin auf Grund des verdammt lehmigen/festen Bodens. Unser Ansatz war daher, dass wir uns lieber einmal für etwas Geld einen Profi leisten, der ein tragfähiges auch langfristig funktionierendes Gartenkonzept aufstellt, so dass wir nicht uns langwierig per Trial & Error einen hinnehmbaren Zustand langsam annähern mussten.

Ich erstellte einige „Ausschreibungsunterlagen“ mit den technischen Eckdaten und vor allem einer „Wunschliste“ mit Ansprüchen die unser Wunschgarten erfüllen sollte. Hierauf fanden sich Punkte wie Platz für die Grills, Integration von Hopfenpflanzen, evtl. Hochbeeten, Schaffung von Privatsphäre, ein Farbschema in Blau/Violett, Integration mit dem Haus und – für mich mit der wichtigste Punkt – eine Pflanzenauswahl, die den Stil des Landschaftsarchitekten Piet Oudolf aufgreift.

Piet Oudolf Stil zeichnet sich für mich durch eine „naturnahe“ Bepflanzung auf, die nicht versucht artifiziell Strukturen zu schaffen sondern imitiert eher Naturwiesen, spielt aber gleichzeitig mit Formen/Farben/Geometrien – Gerade der Aspekt der Geometrie, Pflanzen mit interessanten Geäst, Blattstrukturen, Blütenständen machen seine Gärten auch im Winter interessant. Anstelle im Herbst alles einfach radikal abzuschneiden lässt man die meisten Stauden stehen und erfreut sich an den Strukturen im Schnee oder mit Raureif überzogen. Wer  in New York schon mal auf der Highline rund um den Meat Packing District spaziert ist, ist durch Pflanzungen und eine Anlage von Piet Oudolf gewandert.

Praktischerweise sind wir bei der Suche nach dem Gartenarchitekten direkt in Calw fündig geworden (hatten aber über 10 angeschrieben) – Mit Frau Grubricht von gartenconzepte.de haben wir eine Partnerin gefunden, die unsere Vorstellungen perfekt umsetzte und sich auch in der von uns angestrebten Ästhetik perfekt wiederfand.

In mehreren Sessions und Ortsbegehungen sprachen wir unsere Wünsche durch, Frau Grubricht entwickelte Lösungsvorschläge, die wir wiederum besprachen, Elemente der einzelnen Entwürfe zusammenfügten und uns so in einem Dialog einem Zielentwurf annäherten. Als der Entwurf stand, ging es in die Detaillierung. Da für uns klar war, dass wir nach möglich alles in Eigenregie umsetzen wollten, war uns wichtig die Planung auf ein ausführbares Niveau bis auf den Pflanzplan herunter zu detaillieren.

Wie auf den Bildern zu sehen war das Endergebnis super aufbereitet, so dass wir direkt in die Umsetzung starten konnten. Klar war, dass wir nicht per „one-shot“ den ganzen Garten umkrempeln konnten. Und so haben wir in 2017 an unzähligen Wochenenden, Brückentagen im Frühjahr und an ein paar Urlaubstagen die ersten Schritte unternommen:

  • Über Weihnachten/Silvester 2016/2017 entstand ein Sichtschutz an der westlichen Hausseite um gegenüber den großen Fensterflächen Privatsphäre zu schaffen. Hierzu habe ich H-Träger einbetoniert, Pfosten aus sibirischer Lärche gesetzt und mit Rhombusleisten belangt – Gewinn an Wohnqualität im Innenbereich: Unbezahlbar.
  • Die Ursprüngliche Rundung der Terrasse im Südwestlichen Bereich haben wir zugunsten einer „negativen“ Ecke zurückgebaut um die Westseite und die Südseite der Terrasse räumlich/optisch zu trennen – Gute Entscheidung. Da die großen Jurakalk-Steine natürlich nicht „mal eben“ wegzuräumen waren, hab ich mehrere Wochenenden mit Bohrhammer und Elektromeissel verbracht die großen Steine auf handelbares Format zu reduzieren. Positiver Nebeneffekt war, dass damit „for free“ (bzw. gegen jede menge Schweiß) das Füllmaterial für die Gabionen entstand. Die jetzt zu sehenden Gabionen stehen auf ein paar Betonplatten und sind innen mit Folie gegen die Erde geschützt.
  • Ringsherum um die Rasenfläche haben wir eine Rotbuchen-Hecke gepflanzt. Nachdem die ursprünglichen Pflanzen seit der Pflanzung 2013 so gut wie gar nicht gewachsen waren, habe ich mich für die sichere Variante entschieden und per Minibagger rings herum einen Pflanzgraben, ca, 40x80cm ausgehoben und die Erde gegen vernünftigen Boden ausgetauscht. Aufwand: ca. 3 Tage baggern, 2 Flachcontainer Erde per Schubkarre befüllen und das gleiche mit angelieferten Oberbodengemisch von Corthum wieder befüllen. In dem Rahmen haben wir die Erde vor dem Sichtschutz und der neuen „Ecke“ gleich mit ausgetauscht gegen Staudenerde.
  • Die mit guter Staudenerde befüllten neuen Pflanzflächen konnten wir gemäß der Planung von Frau Grubricht bepflanzen – Wie auf den Bildern zu sehen ist gefällt wohl den Pflanzen der Boden und Standort gut – Und wir sind super-happy mit den neuen Pflanzungen.
  • Die Gabionen haben eine Bank-Sitzfläche aus Bankirai bekommen – War ein schönes Holz-Projekt und ist mittlerweile unser Lieblingsplatz um im Sommer vor der Arbeit den Morgenkaffee zu genießen oder auch um am Wochenende die Siesta abzuhalten.
  • Noch kurz vor Winter habe ich einen ähnlichen Sichtschutz auch auf der östlichen Grundstücksseite errichtet; Jetzt kann man ungestört auf der Terrasse fletzen.

 

Damit sind die Aussenmaßnahmen 2017 abgeschlossen. Zur vollständigen Umsetzung des Plans fehlen sicherlich noch 1-2 Saisons, so ca. ab August war aber um ehrlich zu sein bei uns ein bisschen „die Luft raus“ jede freie Minute im Garten zu verbringen. Mittlerweile – Schnee und Winter sei dank – steigt die Lust wieder, die nächsten Gartenprojekte anzugehen. So hoffe ich im Frühjahr 2018 die Ostseite rund um die eine Entwässerungskette des Haus ordentlich zu gestalten, den Hopfengarten zu errichten und eine Gartenskulptur, die mich schon länger beschäftigt umzusetzen. Auch eine weitere Grill-Terrassenfläche mit Feuerring reizt mich…