Wet Hop IPA: Bubble Bobble

Oh man, die Tage verfliegen wie im Fluge und erst jetzt komme ich dazu das Wet Hop IPA Bubble Bobble vorzustellen. Das ist das Resultat des Brauansatzes, den ich hier im Herbst mit Bildern beschrieben habe (siehe hier). Es kam auch schon die ein oder andere Nachfrage, wann ich darüber endlich einen Eintrag verfasse. Und hier ist er nun endlich. Eigentlich brauchte ich nur ein Photo, aber das hab ich mir nun von Malte Mo via Facebook ausgeliehen (Danke dafür :-P).

Das Wet Hop IPA enthält unseren eigenen angepflanzten Hopfen und ist daher irgendwie etwas besonderes. Die Rezeptur haben wir uns überlegt, so dass wir alle Hopfensorten, die wir gepflanzt haben, eingesetzt konnten. Viel Hopfen bedeutet hopfiges Bier, so dass der Stil IPA sehr schnell klar war.

BubbleBobbleBiertyp: Wet Hop IPA (all in)
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pale Ale, Karamell, Weizenflocken, Cara Dunkel
Hopfen: Columbus, Chinook, Tradition, Tettnanger, Smaragt, Perle
Stamwürze: 15,9 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfen gestopft mit Cascade, Comet, Mandarina

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Wie hat es nun geschmeckt. Als es noch sehr jung war, hat es nach frisch gemähten Rasen geschmeckt. Vermutlich war der Hopfen nicht genügend reif und zu früh geerntet. Aber als es älter wurde, hat es immer besser geschmeckt, es wurde runder und hatte keine Ecken und Kanten mehr. Um eine bessere Aussage zu treffen, haben wir uns an ein Tasting Sheet (Verkostungsbogen) von craftbeer.com gehalten. Wir haben das in einer geheimen Bewertung durchgeführt, so dass die Ergebnisse unabhängig voneinander sind und ich unsere Ergebnisse hier einmal zusammenfassen möchte (in Klammern, steht wer das dachte. keine Klammer bedeutet, dass wir das beide so sahen):

Farbe und Erscheinung
Farbe:
Wir waren uns beide einig, dass die Farbe auf folgender Farbskala zwischen 6 und 9 lag: Mitteldunkel eher heller.

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Klarheit: es war klar, aber nicht brilliant
Schaum: gut (er war länger als 60 Sekunden vorhanden)
Textur: flauschig
Karbonisierung: langsam

Aroma
Hopfen: 
fruchtig, blumig (B), pflanzlich (B), grün
Geruch: Banane (B), Pfirisch (B), Vanille, Rosine (B)

Geschmack und Nachgeschmack
Alkohol: mild
Hopfengeschmack: fruchtig, pflanzlich, blumig, bitter (J), grün, pikant
Hopfen Bitterkeit: moderat – aggressiv
Malz: karamell, wie Brot (B)

Gaumen
Härte: medium
Körper: austrocknend (B), Mund benetzend
Gaumen Karbonisierung: gut karbonisiert (J), partiell – gut karbonisiert (B)
Geschmacksdauer: lang (mehr als 60 Sekunden)

oxidative/Alterungserscheinungen: schwarze Johannisbeere, metallisch (B), nicht wünschenswert

Balance/Trinkbarkeit: wünschenswert

Style: passend

passende Gerichte dazu: würziger Käse, wie Gorgonzola (B), Gänsekeule mit Rotkraut (J)

Zusammenfassend: es ist nicht das perfekte Bier geworden, aber es schmeckt trotzdem sehr gut.

Warum heißt es Bubble Bobble? Eigentlich nur weil Bubble Bobble ein grüner Charakter ist und es auch irgendwie grün schmeckt. 😀

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Cheers!

Red IPA: Fire Flower

Um chronologisch in der richtigen Reihenfolge zu bleiben, möchte ich Euch erst einmal noch unser Red IPA vorstellen bevor ich auf das Bier eingehe, welches ich zum Beschreiben des Brauens selbst verwendet habe.

Bei einem Red IPA ist der Name Programm, da es sehr orange ist. In dem Bild sehr ihr wie schön orange es schon während des Brauens leuchtete.

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Dieses Bier haben wir gebraut, weil wir an einem Wettbewerb teilgenommen haben: „Erster Homebrew-Wettbewerb Kreis Tübingen (Red IPA)“. Die Organisatoren beschrieben es als freundlichen Wettbewerb, bei dem jedes Bier durch alle Teilnehmer blind verkostet wurde. Der Gewinn ist die Ehre. Also nichts offizielles. Nur zum Spaß. Perfekt, unser Bier mal kritisch bewerten zu lassen. Die Vorlage war es ein Red IPA zu brauen und min. 1L bereit zu stellen.

Das Malz Red X lässt das Bier orange-rötlich erscheinen und ist daher in sogenannten Rotbieren zu finden. Da die Vorgabe war ein Red IPA zu brauen, mussten wir uns auch an die Charakteristika von Red IPAs halten. D.h. die Farbe musste stimmen, der Stammwürze- und Alkoholgehalt und auch die Carbonisierung musste stimmen. Natürlich gibt es Bücher in denen man das nachschlagen kann. Wir haben uns dabei an die Beschreibung der „BEER JUDGE CERTIFICATION PROGRAM Beer Style Guidelines 2015“ gehalten. Ein Dokument von knapp 100 Seiten, in denen sehr viele verschiedene Bierstile beschrieben sind, so dass man so seine eigenen Rezepte kreieren kann.

Aber nun zum Bier:

Fire Flower

Biertyp: Red IPA
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Red X, Karamell Pils, Cara Hell, Cara Dunkel
Hopfen: Cascade, Citra, Amarillo, Mosai
Stamwürze: 16,7 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfen gestopft mit Mosaic und Amarillo

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Geschmacklich ist es echt gut. Ich mochte es von Anfang an. Ich finde es schmeckt nach einem IPA, mit einer fruchtig-blumigen und malzigen Note.

Der Name kommt durch seine Farbe. Fire Flower ist in den Mario Spielen ein collectable, was man erst einsammeln kann, wenn man vorher den Pilz einsammelt. Der Pilz macht einen groß und durch die Blume – Fire Flower – kann man dann auch schießen. Primär ging es bei der Namensgebung um die Farbe.

Um den Wettbewerb wieder aufzugreifen, wir konnten auch die Jury und die anderen Teilnehmer von unserem Bier überzeugen. Es freut uns natürlich sehr, dass nicht nur wir unsere Biere mögen :-). Unser Bier kam so gut an, dass wir planen es in einem größeren Maßstab zu brauen, so dass man es auch käuflich erwerben könnte. Aber bisher steht nur die Planung. Wenn es soweit ist, wird es natürlich hier beworben. 🙂

Es hat auch super viel Spaß gemacht, andere Biere zu probieren, sich auszutauschen, Leute mit gleichen Hobbies kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und und und.. Es wird bald eine Wiederholung geben. Was für ein Bier gebraut wird, wird noch nicht verraten. Wir geben alles, um den Titel zu verteidigen. Wir freuen uns schon drauf.

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Cheers!

Vom Malz bis zum Bier – Teil 4

Der vierte und letzte Teil des Brauens ist das Abfüllen in Flaschen. Nachdem es ein paar Tage bei 4 °C stand, sind nun alle restlichen Schwebepartikel auf dem Boden gesunken. Es erfolgt ein erneutes Umschlauchen durch einen Filter. In den neuen Eimer kommen ca. 150 g Zucker gelöst in heißem Wasser.

Die restliche Hefe, die noch im Bier trotz Filtern verbleibt, verdaut diesen Zucker zu mehr Alkohol und zu Kohlenstoffdioxid (alkoholische Gärung). Das passiert auch schon während er Hauptfermentation. Kohlenstoffdioxid ist ein Gas und kann durch das Gärröhrchen entweichen (blubb-blubb). Würde es sich um ein geschlossenes System handeln, würde der Eimer irgendwann platzen, weil mehr Kohlenstoffdioxid entsteht als sich im Sud lösen kann. Während der anschließenden Flaschengärung haben wir kein offenes System, sondern ein geschlossenes System, schließlich werden die Flaschen mit einem Kornkorken verschlossen. Kohlenstoffdioxid kann sich zu einem gewissen Grad im Bier lösen und wird dann zu Kohlensäure. Durch Zugabe einer genauen Menge von Zucker, ist es möglich den Kohlensäuregehalt im Vorfeld zu berechnen und vermeidet das Platzen der Flaschen, wenn zu viel Kohlenstoffdioxid entsteht.

Das Jungbier welches sehr schal schmeckt, weil es keine Kohlensäure hat, vermischt sich im neuen Eimer mit der Zuckerlösung und kann nun durch einen Hahn am Eimer in Flaschen gefüllt werden. Damit immer gleich viel in jeder Flasche ist, besitzen wir Abfüllröhrchen. Das Abfüllröhrchen besitzt ein Ventil, das öffnet sobald das Abfüllröhrchen auf den Boden der Flasche aufgesetzt wird. Das Bier tritt dann direkt am Boden aus. Gefüllt wird die Flasche bis oben hin. Da das Röhrchen Bier verdrängt, sind die Flaschen bis ca 5cm unter der Kante befüllt und können mittels einer sogenannten Greta mit Kronkorken verschlossen werden.

Oft kommt die Frage woher wir die Flaschen bekommen. Das ist ganz einfach:  ganz normale Bierpfandflaschen. Entweder haben wir das Bier selbst getrunken, oder wir haben sie im Supermarkt abgekauft, in dem wir nur den Pfand gezahlt haben. Die Flaschen werden dann in die Badewanne gelegt, so dass sie sich mit Wasser füllen. Dort weichen sie ein paar Tage ein. Anschließend werden die Flaschen noch mechanisch mit einer Flaschenbürste geschrubbt. (An dieser Stelle ein kleiner Aufruf: Liebe Raucher, bitte bitte benutzt keine Flaschen als Aschenbecher. Die armen Hobbybrauer die die Flaschen per Hand putzen … das ist so eklig!) Bevor das Bier hineinkommt, desinfizieren wir die Flaschen noch, damit das Bier nicht mit irgendwas kontaminiert wird.

Bevor es ganz fertig ist, gärt das Bier in den Flaschen weitere 2-4 Wochen. Im Endeffekt dauert es also um die 6 Wochen vom Einmaischen bis zum fertigen Bier.

Cheers

Vom Malz bis zum Bier – Teil 3

Ein bisschen länger als eine Woche gärte nun das Bier mit dem zusätzlichen hopfen. Da wir frischen Hopfen verwendet haben, mussten wir nun das Jungbier einmal umschlauchen – also in einen anderen Eimer umfüllen, damit im Bier später keine Krümel oder Sedimente vom Hopfen schwimmen.

Nachdem die Würze nun in einem neuen Eimer ist, wird noch in Wasser aufgelöste Gelatine in das Bier gegeben und in den Kühlschrank gestellt. Für die Erklärung der Zugabe der Gelatine muss ich jetzt einen kleinen Ausflug in die Chemie machen. Ich gebe mein bestes es einfach zu erklären. 🙂

Bier hat einen pH Wert von ca. 5, ist also leicht sauer. Gibt man nun die flüssige Gelatine (die auf 60 °C erhitzt wurde) in das Bier wird diese auch sauer und erhält eine positive Ladung. Schwebeteilchen, die das Bier trüb aussehen lassen, sind auch geladen (negativ und positiv). Die Gelatine bindet nun also alle negativ geladenen Teilchen und wird fest beim Abkühlen, wodurch sie auf den Boden des Eimers sinkt. Aus diesem Grund wurde auch Irish Moss beim Hopfenköchen dazu gegeben. Eine negative geladene Alge, die alle positiven Schwebteilchen bindet.

Damit nun wirklich alle Schwebteilchen zu Boden sinken und das Bier ganz klar wird, ist der letzte Schritt das sogenannte cold crashing (zu Deutsch: kaltes abstürzen). Das ist ein Prozess nahe des Gefrierpunktes bevor man das Bier in Flaschen abfüllt. Durch das Abkühlen flocken Hefe und andere Sedimente im Bier aus und fallen zu Boden.

Wenn mit pelletierten Hopfen kalt gehopft wurde, gibt es den Schritt des Umschlauchens nicht, da der Hopfen ja in einer Socke in die Würze hängt und so ganz einfach aus dem Bier entnommen werden kann. Das Umschlauchen dient vor allem dazu die groben und großen Schwebteilchen zu entfernen, bevor die Gelatine dazu kommt, damit die nicht schon total blockiert wird.

Durch diese Vorgänge hat man die allermeisten Schwebteilchen am Boden hängen, so dass man das Bier im nächsten Schritt ganz einfach in Flaschen abfüllen kann und man klares Bier erhält. Aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag.

Als kleine Info zum Schluss: Durch die Zugabe der Gelatine wird das Reinheitsgebot nicht verletzt und ist auch nicht kennzeichnungspflichtig, weil die Gelatine am Ende nicht mehr im Bier ist.

Cheers!

 

Vom Malz bis zum Bier – Teil 2

Nachdem die Würze bei 18-20 °C für 7 Tage gärte, kommt nun noch eine Portion Hopfen dazu: das sogenannte Hopfen stopfen oder auch Kalthopfung (engl.: dry hopping).  Bei diesem Sud haben wir wieder frischen Hopfen verwendet. Dazu haben wir den Hopfen einfach dazu gekippt und unter gerührt. Falls kein frischer Hopfen vorhanden ist, nehmen wir Pellets. Dazu kochen wir vorher eine Damensocke aus, geben die Pellets hinein und geben die Socke in die Würze. Nach der Zugabe des Hopfens fermentiert das Bier eine weitere Woche. Der Vorteil der Socke ist, dass nicht so viele Sedimente in die Würze gelangen. Da 5-7 g Hopfendolden 1 g Pellet entsprechen, braucht man sehr viel Hopfendolden, um auf die äquivalente Menge an Pellet zu kommen, so dass man vermutlich eher eine Socke in Bastians Größe verwenden muss als in meiner Größe. Aber habt ihr schon mal versucht eine Nylon-Socke in Größe 49 zu bekommen??? Deswegen haben wir den frischen Hopfen einfach so in die „Brühe“ gekippt.

Warum macht man das eigentlich? Früher wurde das mit Hopfen gestopft, damit das Bier länger haltbar wird. Jetzt wird es eigentlich primär gemacht, um das Bier noch mehr in einem Geschmack zu intensivieren – auch unter aromatisieren bekannt. Während aus dem Hopfen beim Kochen (siehe Teil 1 – Hopfenkochen) unter anderem auch Bitterstoffe entzogen werden, ist das bei der Kalthopfung aufgrund der niedrigeren Temperatur nicht mehr möglich. Nach der Zugabe des Hopfens während der Hauptgärung oder viel mehr am Ende der Hauptgärung werden Aromastoffe aus dem Hopfen gelöst. Das können Geschmäcker wie Zitrus, Cassis oder Melone sein. Durch die niedrigen Temperaturen können die Aromen auch nicht so leicht verdampfen und bleiben im Bier.
Und nun muss das Bier wieder ein paar Tage stehen.

Cheers!

Simcoe India Pale Ale: Darkwing Duck

Als nächstes stand ein weiteres IPA an mit dem Aroma Hopfen Simcoe. Der Simcoe-Hopfen ist ein Aromahopfen, der mit 13 % einen sehr hohen Anteil an Alphasäuren besitzt und somit auch schon zu den Bitterhopfen zählt. Trotz der Bitterkeit wird er als Hopfen mit fruchtigen aber auch holzigen Aromen beschrieben. Dieser Hopfen findet für verschiedene Biersorten, wie amerikanische Ales oder IPAs, Anwendung. Diese Beschreibung klang für uns sehr interessant, so dass wir ein Rezept bei Maische Malz und Mehr raus suchten und ein IPA damit brauen wollten.

Darkwing DuckBiertyp: American India Pale Ale
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Münchner, Cara Hell, Cara Dunkel, Haferflocken
Hopfen: Simcoe
Stammwürze: 17,3 °P
Alkoholgehalt: 7,5 %

Hopfenstopfen: Cascade und Simcoe
Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Das Bier riecht nicht ganz so fruchtig wie das Commander Keen und hat eine recht vordergründige Bitterkeit. Es hat ein tolle bernsteinerne Färbung. Mit seinen 7,5 % Alkohol und seinem ausgeprägten Malzkörper passt dieses bittere Bier sehr gut zu deftigen Essen und ist deshalb eher ein Herbst- als ein Sommerbier. Es könnte dem ein oder anderen zu bitter sein, ich mag es aber ganz gern und freu mich wieder einmal darüber, mit welchen Kleinigkeiten man den Geschmack eines Bieres so einfach variieren kann.
Darkwing Duck – 2-1-Risiko – ist der Schrecken der Bösewichte. Eigentlich handelte sich bei Darkwing Duck um eine Kinderserie von Disney, aber Nintendo brachte dazu auch das passende Spiel für den GameBoy auf den Markt. Wir mögen Darkwing Duck und fanden, dass der Name gut zum Bier passt.

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Cheers!

Saphir Hefeweizen: Lemonhead

Das vierte selbstgebraute Bier sollte ein Hefeweizen mit einem Saphir Aromahopfen aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll werden. Wir haben Saphir gewählt, weil dieser Aromahopfen vor allem für Biere mit wenig Bitterkeit (was die Bitterkeit ausmacht, werde ich in einem anderen Beitrag erläutern) eingesetzt werden kann. Ich hab mir ein sommerliches Bier gewünscht, was interessant schmeckt und sich trotzdem gut trinken lässt. Etwas Bitterkeit im Bier aber keine dominante eignet sich meines Erachtens sehr gut für sommerliche Biere. Weizenbiere werden vor allem mit Weizenmalz gebraut und heißen auch deswegen so. Sie sind typischerweise obergärig, so dass dies ideal für unser Set-Up ist.

LemonheadBiertyp: Hefeweizen
Hefe: Safbrew WB06 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Weizenmalz, Pilsner Malz, Karamell Malz, Weizenflocken
Hopfen: Magnum, Saphir
Stammwürze: 12,3 °P
Alkoholgehalt: 5,9 %
Hopfenstopfen: 2x mit Saphir
Zugabe von Irish Moss

Das entstandene Weizen ist total lecker. Durch die Zugabe des Saphir-Hopfens, hat das Bier einen sehr fruchtigen Charakter, der an Zitrone erinnert. Allerdings hat das Bier auch einen sehr hopfigen harmonischen Geschmack, der nur langsam abklingt. Ich finde, dass dieser langanhaltende hopfige Geschmack erst mit der Zeit gekommen ist. Der Geruch des Bieres ist blumig, fruchtig, so wie es auch schmeckt. Ein wunderbar zitroniges Weizen, obwohl es keine Zitronen gesehen hat, welches sich super gut für heiße Sommertage (wie es in den letzten Wochen ja auch war) eignet. Abgerundet wird das Bier durch seinen hohen feinperligen Kohlensäuregehalt (7,9 g Kohlenstoffdioxid/L Bier). Aufgrund des zitronigen Charakters fiel uns sofort ein, wie wir das Bier nennen wollen. Lemonhead ist ein weitere Charakter aus Monkey Island und ist ein vegetarischer Cannibale. Zitroniges Bier muss ja einfach Lemonhead heißen. 😀 Das ist bisher mein liebstes Bier, aber wir haben auch gerade eins, was mir sehr sehr gut gefällt, aber dazu mehr in Kürze.

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Cheers!

Kane Head High IPA: Commander Keen

In unserer Sammlung selbstgebrauter Biere durfte natürlich auch kein IPA fehlen. Ein India Pale Ale (IPA) ist ein helles, starkes und hopfiges Bier. Die Legende sagt: Im 19. Jahrhundert haben die Schotten und Engländer Bier in indische Kolonien transportieren wollen. Damit das Bier noch trinkbar ist und während der Seefahrt nicht schlecht wurde, wurden die Biere mit mehr Alkohol und mehr Hopfen versetzt. Das Ziel war es das starke Bier (16 °P Stammwürze) in Indien 1:1 mit Wasser zu verdünnen, um ein normales Pale Ale zu bekommen. Allerdings schmeckte den Engländer/Schotten das Bier dann so gut, dass sie es unverdünnt ließen und ein India Pale Ale entstand. Wie wahr diese kleine Geschichte ist, wissen wir nicht, aber dennoch ist sie nett zu erzählen.

Bei unserem Bier haben wir uns wieder an ein Klon-Rezept von MaischeMalzundMehr gehalten. Das Rezept sollte ein Kane Head High IPA erbringen, allerdings haben wir es bereits etwas abgeändert.

CommanderKeenBiertyp: American IPA
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Cara Pils, Dark Caramalt, Wheat flakes
Hopfen: Columbus, Chinook, Citra, Cascade, Centennial
Stammwürze: 18,0 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfenstopfen: Cascade, Citra und Columbus

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Hopfenstopfen oder auch Dryhopping bedeutet, dass nach der Hauptfermentation -also nach 4-5 Tagen- nochmals Hopfen in den Sud gegeben wird. Dazu haben wir eine Damensocke ausgekocht und mit den entsprechenden Hopfensorten gefüllt. Diese Socke wurde dann in den Sud gegeben und nochmals 3-6 Tage stehen gelassen. Erst dann folgte die Flaschengärung. Dieses Verfahren bewirkt, dass das Bier die feinen Aromen aus dem Hopfen aufnimmt, ohne dass das Bier bitterer wird.

Bastians Kommentar beim Probieren des Jungbieres vor der Flaschengärung war: „Ich glaub‘, das wird geil.“

Das Bier riecht nach Maracuja, Ananas und ein wenig nach Honigmelone. Es riecht also sehr fruchtig, was durch die Aromahopfen (Cascade, Citra, Centennial, Chinook) erzeugt wird. (Über die verschiedenen Hopfensorten und Malze werde ich vermutlich irgendwann nochmal einen eigenen Beitrag verfassen.) Das Bier hat eine für IPAs typische Bitternote und schmeckt blaubeerig und nach Ananas. Der Malzgeschmack hält sich dezent im Hintergrund. Leider hat es für meinen Geschmack etwas zu wenig Kohlensäure.

Bastian hat sich den Namen für dieses Bier überlegt. Es heißt Commander Keen. Commander Keen ist ein starker Typ, der nicht aggressiv ist. Zum einen mag Bastian Commander Keen und zum anderen passt es auch irgendwie, da das Bier recht stark ist, aber in der Bitterkeit nicht aggressiv daher kommt.

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Cheers!