Etikettieren gehört auch dazu

Bevor ich einen Beitrag zum Geschmack des Bieres, welches ich in den letzten Beiträgen beschrieben habe, schreibe, gehört noch eine letzte wichtige Aufgabe dazu. Ich hatte mir beim ersten Bier gewünscht, dass wir auch Etiketten gestalten, damit unsere Biere etikettiert werden können. Für mich gehört das dazu, es macht als Geschenk etwas her und es ist viel einfacher für uns unsere Biere zu unterscheiden. 😉

Bastian ist für die Gestaltung der Etiketten zuständig. Es gibt auch bereits Version 2.0. Auf dem Etikett sollen verschiedene Informationen stehen: HopfKopf (Brauerei-Name), Name des Biers (in dem Fall Bubble Bobble), Abfülldatum, Art des Bieres, Malzsorten, Hopfensorten, Zusätze (Gelatine und Irish Moss), Hefe, Stammwürze und Alkoholgehalt. Wir drucken die fertigen Etiketten als 8er Bögen aus, schneiden sie aus und kleben sie mit Milch auf die Flaschen drauf. Und schon ist das Bier bereit getrunken zu werden. 🙂

Cheers!

Vom Malz bis zum Bier – Teil 4

Der vierte und letzte Teil des Brauens ist das Abfüllen in Flaschen. Nachdem es ein paar Tage bei 4 °C stand, sind nun alle restlichen Schwebepartikel auf dem Boden gesunken. Es erfolgt ein erneutes Umschlauchen durch einen Filter. In den neuen Eimer kommen ca. 150 g Zucker gelöst in heißem Wasser.

Die restliche Hefe, die noch im Bier trotz Filtern verbleibt, verdaut diesen Zucker zu mehr Alkohol und zu Kohlenstoffdioxid (alkoholische Gärung). Das passiert auch schon während er Hauptfermentation. Kohlenstoffdioxid ist ein Gas und kann durch das Gärröhrchen entweichen (blubb-blubb). Würde es sich um ein geschlossenes System handeln, würde der Eimer irgendwann platzen, weil mehr Kohlenstoffdioxid entsteht als sich im Sud lösen kann. Während der anschließenden Flaschengärung haben wir kein offenes System, sondern ein geschlossenes System, schließlich werden die Flaschen mit einem Kornkorken verschlossen. Kohlenstoffdioxid kann sich zu einem gewissen Grad im Bier lösen und wird dann zu Kohlensäure. Durch Zugabe einer genauen Menge von Zucker, ist es möglich den Kohlensäuregehalt im Vorfeld zu berechnen und vermeidet das Platzen der Flaschen, wenn zu viel Kohlenstoffdioxid entsteht.

Das Jungbier welches sehr schal schmeckt, weil es keine Kohlensäure hat, vermischt sich im neuen Eimer mit der Zuckerlösung und kann nun durch einen Hahn am Eimer in Flaschen gefüllt werden. Damit immer gleich viel in jeder Flasche ist, besitzen wir Abfüllröhrchen. Das Abfüllröhrchen besitzt ein Ventil, das öffnet sobald das Abfüllröhrchen auf den Boden der Flasche aufgesetzt wird. Das Bier tritt dann direkt am Boden aus. Gefüllt wird die Flasche bis oben hin. Da das Röhrchen Bier verdrängt, sind die Flaschen bis ca 5cm unter der Kante befüllt und können mittels einer sogenannten Greta mit Kronkorken verschlossen werden.

Oft kommt die Frage woher wir die Flaschen bekommen. Das ist ganz einfach:  ganz normale Bierpfandflaschen. Entweder haben wir das Bier selbst getrunken, oder wir haben sie im Supermarkt abgekauft, in dem wir nur den Pfand gezahlt haben. Die Flaschen werden dann in die Badewanne gelegt, so dass sie sich mit Wasser füllen. Dort weichen sie ein paar Tage ein. Anschließend werden die Flaschen noch mechanisch mit einer Flaschenbürste geschrubbt. (An dieser Stelle ein kleiner Aufruf: Liebe Raucher, bitte bitte benutzt keine Flaschen als Aschenbecher. Die armen Hobbybrauer die die Flaschen per Hand putzen … das ist so eklig!) Bevor das Bier hineinkommt, desinfizieren wir die Flaschen noch, damit das Bier nicht mit irgendwas kontaminiert wird.

Bevor es ganz fertig ist, gärt das Bier in den Flaschen weitere 2-4 Wochen. Im Endeffekt dauert es also um die 6 Wochen vom Einmaischen bis zum fertigen Bier.

Cheers

Vom Malz bis zum Bier – Teil 3

Ein bisschen länger als eine Woche gärte nun das Bier mit dem zusätzlichen hopfen. Da wir frischen Hopfen verwendet haben, mussten wir nun das Jungbier einmal umschlauchen – also in einen anderen Eimer umfüllen, damit im Bier später keine Krümel oder Sedimente vom Hopfen schwimmen.

Nachdem die Würze nun in einem neuen Eimer ist, wird noch in Wasser aufgelöste Gelatine in das Bier gegeben und in den Kühlschrank gestellt. Für die Erklärung der Zugabe der Gelatine muss ich jetzt einen kleinen Ausflug in die Chemie machen. Ich gebe mein bestes es einfach zu erklären. 🙂

Bier hat einen pH Wert von ca. 5, ist also leicht sauer. Gibt man nun die flüssige Gelatine (die auf 60 °C erhitzt wurde) in das Bier wird diese auch sauer und erhält eine positive Ladung. Schwebeteilchen, die das Bier trüb aussehen lassen, sind auch geladen (negativ und positiv). Die Gelatine bindet nun also alle negativ geladenen Teilchen und wird fest beim Abkühlen, wodurch sie auf den Boden des Eimers sinkt. Aus diesem Grund wurde auch Irish Moss beim Hopfenköchen dazu gegeben. Eine negative geladene Alge, die alle positiven Schwebteilchen bindet.

Damit nun wirklich alle Schwebteilchen zu Boden sinken und das Bier ganz klar wird, ist der letzte Schritt das sogenannte cold crashing (zu Deutsch: kaltes abstürzen). Das ist ein Prozess nahe des Gefrierpunktes bevor man das Bier in Flaschen abfüllt. Durch das Abkühlen flocken Hefe und andere Sedimente im Bier aus und fallen zu Boden.

Wenn mit pelletierten Hopfen kalt gehopft wurde, gibt es den Schritt des Umschlauchens nicht, da der Hopfen ja in einer Socke in die Würze hängt und so ganz einfach aus dem Bier entnommen werden kann. Das Umschlauchen dient vor allem dazu die groben und großen Schwebteilchen zu entfernen, bevor die Gelatine dazu kommt, damit die nicht schon total blockiert wird.

Durch diese Vorgänge hat man die allermeisten Schwebteilchen am Boden hängen, so dass man das Bier im nächsten Schritt ganz einfach in Flaschen abfüllen kann und man klares Bier erhält. Aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag.

Als kleine Info zum Schluss: Durch die Zugabe der Gelatine wird das Reinheitsgebot nicht verletzt und ist auch nicht kennzeichnungspflichtig, weil die Gelatine am Ende nicht mehr im Bier ist.

Cheers!

 

Vom Malz bis zum Bier – Teil 2

Nachdem die Würze bei 18-20 °C für 7 Tage gärte, kommt nun noch eine Portion Hopfen dazu: das sogenannte Hopfen stopfen oder auch Kalthopfung (engl.: dry hopping).  Bei diesem Sud haben wir wieder frischen Hopfen verwendet. Dazu haben wir den Hopfen einfach dazu gekippt und unter gerührt. Falls kein frischer Hopfen vorhanden ist, nehmen wir Pellets. Dazu kochen wir vorher eine Damensocke aus, geben die Pellets hinein und geben die Socke in die Würze. Nach der Zugabe des Hopfens fermentiert das Bier eine weitere Woche. Der Vorteil der Socke ist, dass nicht so viele Sedimente in die Würze gelangen. Da 5-7 g Hopfendolden 1 g Pellet entsprechen, braucht man sehr viel Hopfendolden, um auf die äquivalente Menge an Pellet zu kommen, so dass man vermutlich eher eine Socke in Bastians Größe verwenden muss als in meiner Größe. Aber habt ihr schon mal versucht eine Nylon-Socke in Größe 49 zu bekommen??? Deswegen haben wir den frischen Hopfen einfach so in die „Brühe“ gekippt.

Warum macht man das eigentlich? Früher wurde das mit Hopfen gestopft, damit das Bier länger haltbar wird. Jetzt wird es eigentlich primär gemacht, um das Bier noch mehr in einem Geschmack zu intensivieren – auch unter aromatisieren bekannt. Während aus dem Hopfen beim Kochen (siehe Teil 1 – Hopfenkochen) unter anderem auch Bitterstoffe entzogen werden, ist das bei der Kalthopfung aufgrund der niedrigeren Temperatur nicht mehr möglich. Nach der Zugabe des Hopfens während der Hauptgärung oder viel mehr am Ende der Hauptgärung werden Aromastoffe aus dem Hopfen gelöst. Das können Geschmäcker wie Zitrus, Cassis oder Melone sein. Durch die niedrigen Temperaturen können die Aromen auch nicht so leicht verdampfen und bleiben im Bier.
Und nun muss das Bier wieder ein paar Tage stehen.

Cheers!

Vom Malz bis zum Bier – Teil 1

Der kluge Mensch, so glaube mir, der braut und trinkt sein eignes Bier.

So oft werde ich gefragt, wie wir zu Hause Bier brauen. Die Frage „Habt ihr da einen großen Kessel im Keller stehen?“ kommt dabei nicht selten vor. Deswegen hab ich bei unserem letzten Sud Photos gemacht und werde nun mal ein bisschen beschreiben, wie wir zu Hause Bier brauen. Es wird drei Teile geben, da auch das Bierbrauen aus drei Teilen besteht.

  1. Einmaischen
    Zu Beginn hat man Malz und Wasser. Wir kaufen das Malz schon als Malz, aber es gibt auch die Möglichkeit Gerste oder Weizen als ganzes zu kaufen und dann zu Malz zu schroten. Verschiedene Malze geben dem Bier verschiedene Geschmäcker und verschiedenen Farben. So kann man dem Bier zB einen schokoladigen, karamelligen Geschmack geben. Je nach Dauer, Temperatur, Wassergehalt etc. bei der Malzherstellung. Wir kaufen die verschiedenen Sorten Malz im online-Handel, da wir (noch) keine Malzmühle besitzen.
    Ungefähr 6 kg Malzmischung werden in 18 L heißes Wasser (55°C) gegeben (Einkochtopfautomat), eingerührt und über eine Stunde auf 72 °C erhitzt. Was passiert da eigentlich? Die Malzmischung besteht eigentlich aus Stärke. Stärke sind aneinander gesetzte Zuckerstücke – also Polysaccharide (viele Zucker), die während des Maischens durch stufenweises Erhitzen abgebaut – also verdaut – werden zu lauter Monosacchariden (Einzelzuckern). Dieser Vorgang dauert optimalerweise so lange bis die gesamte Stärke verdaut ist. Dies kann man mit Iod nachweisen, da dieses sich mit Stärke von orange nach blau verfärbt.
  2. Läutern
    Nach dem die gesamte Stärke zu Monosacchariden abgebaut wurde, muss  die Zuckerlösung von den Resten (Hülsen etc.) – also dem Treber – getrennt werden. Dazu wird die Zuckerlösung filtriert, so dass sie in einem Eimer zwischen gelagert wird. Als Filter dient ein feinporiges Sieb und der Treber selbst. Um den gesamten Zucker zu erhalten, wird von oben heißes Wasser nachgegeben. Diesen Vorgang, bei dem so viel Zucker wie möglich aus dem Treber gewaschen wird, nennt man Läutern. Dieses Zuckerwasser, also die vergärbare Lösung, nennt sich Würze oder Bierwürze. Beim Läutern sollte man nicht zu schnell vorgehen, da man eine höhere Konzentration an Zucker erhält, umso langsamer und gleichmäßiger man filtert. Der Treber also der Filter sollte immer nass sein. Dann ist einfach die Ausbeute an Zucker in der Würze höher und umso mehr Zucker vorhanden ist, umso mehr Alkohol kann dann auch entstehen. Den Treber kann man im übrigen sehr gut zu Brot verbacken und die Wildschweine freuen sich auch über eine Zwischenmahlzeit.
  3. Würze kochen und Hopfenzugabe
    Die Würze wird dann zurück in den gereinigten Einkochtopfautomaten gegeben und auf 100 °C erhitzt. Die Kochzeiten schwanken je nach Rezept zwischen 60 und 90 Minuten. Während dieser Kochzeit werden verschiedene Hopfensorten hinzu gegeben. Auf die verschiedenen Hopfensorten werde ich in einem späteren Beitrag nochmal detaillierter eingehen. Das sprengt sonst hier den Rahmen… Vereinfacht gesagt, kann man sich das wie mit Gewürzen beim Kochen vorstellen. Je nach Aroma und Geschmack gibt man verschiedene Hopfensorten zu verschiedenen Zeitpunkten dazu. In der Regel kommt am Anfang Hopfen dazu, der für die Bitterkeit des Bieres zuständig ist. Denn dadurch wird das Bier nicht nur bitter, sondern wird auch haltbarer gemacht. Anschließend kommen Hopfen dazu, deren Aroma immer feiner werden, sprich Hopfen mit feinen Aromen kommen eher am Ende der Kochzeit dazu, damit das Aroma sich nicht wieder verflüchtigt. Es gibt mehrere Möglichkeiten der Hopfenform: Zum Einen kann man einfach Pellets im online-Handel bestellen. Pellets sind gemahlene und anschließend gepresste Hopfendolden. Vorteile sind lange Haltbarkeit wenig platzeinnehmend. und zum Anderen frische Hopfendolden. Wir haben einen Mix aus Pellets und Hopfendolden verwendet, weil wir eigenen Hopfen im Garten angebaut hatten. Von der Menge reichte dieser aber nicht, so dass wir mit Pellets auffüllen mussten. Am Ende des Kochens gaben wir noch Irish Moss dazu, was dazu dient das Bier zu klären. Das Erhitzen bei 100 °C hat auch einen praktischen Aspekt, denn alle Bakterien und Kontaminationen sind nun eliminiert worden. Das heißt auch, dass ab jetzt höchste Vorsicht geboten ist, dass man die Würze nicht (erneut) kontaminiert.
  4. Gärung
    Vor der Gärung wird die gehopfte Würze nochmals filtriert, damit der Hopfen nicht mehr im Sud schwimmt. Die Würze wird dazu in den Gärbottich filtriert und gleichzeitig gekühlt. Dazu hat Bastian eine Kühlspirale gebaut – im Prinzip ein großer Liebigkühler. Bei dieser Kühlspirale handelt es sich um einen Schlauch (wie bei der Dusche), der mit Wasser aus der Zisterne durchgespült wird. Das Wasser wird zurück in die Zisterne geleitet. Die Spirale wird dadurch kalt und kühlt den Sud ab. So können wir innerhalb von 15 Minuten den Sud von 100 °C auf 25 °C abkühlen. Diese Abkühlung ist notwendig, da im nächsten Schritt die Hefe dazu gegeben wird. Wie ihr sicherlich vom Backen wisst, mag es die Hefe mollig warm, aber nicht zu heiß, denn sonst stirbt sie. So ist das beim Bierbrauen eben auch. Wir kaufen die Hefe als Trockenhefe und re-hydrieren diese 30-90 Minuten vor Einsatz bei 25-27 °C in Wasser. Wenn die Würze die richtige Temperatur besitzt, wird die Hefe hinzugeben, der Gärbottich verschlossen und in den Keller gestellt. Damit es zur Gärung bei ca 20 °C kommen kann. Der Gärbottich ist kein geschlossenes System, da bei der alkoholischen Gärung aus Zucker nicht nur Alkohol sondern auch Kohlenstoffdioxid wird. Kohlenstoffdioxid ist ein Gas, welches aus dem System entweichen muss, sonst platzt der Bottich. Dazu wird auf den Gärbottich ein Gärröhrchen gesetzt, welches mit Wasser gefüllt ist. So kann Gas entweichen aber keine Verunreinigungen in das System eindringen, da dies durch das Wasser von außen geschützt ist. Und nun muss man 7-10 Tage warten.

Die Stammwürze bestimmen wir mit einer Spindel,die uns den Zuckergehalt und den Gehalt der nicht-flüchtigen Stoffe aus Malz und Hopfen in °P (Grad Plato) angibt. Mit diesen Werten können wir später den Alkoholgehalt berechnen. Aber dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.IMG_3753

Cheers!

Raspberry Ale: Kirby

Das Deutsche Reinheitsgebot… Was bedeutet das schon? Bier darf nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen… Hmmm… Das ist ja total hinterwäldlerisch. Das mag vor 100 Jahren sinnvoll gewesen sein, als Biere durch Kontaminationen ungenießbar wurden und Rohstoffe rar wurden, aber heutzutage ist es doch so, dass wir viel sauberer arbeiten können und wir nicht unter Rohstoffmängeln leiden. Lange Rede kurzer Sinn, vergessen wir das Reinheitsgebot für einen Augenblick und konzentrieren uns auf das Wunschbier hier. Ein Himbeer-Ale sollt es werden. Ein ganz normales Ale, welches nicht mit Hopfen, sondern mit 2kg Himbeeren gestopft wurde – also am Ende der ersten Fermentation dazu gegeben wurde. Und folgendes kam dabei raus:
KirbyBiertyp: Raspberry Ale
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Münchner, Carl Dunkel
Hopfen: Mosaic
Stamwürze: 13,7 °P
Alkoholgehalt: 6,0 %

mit Himbeeren gestopft

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Schon beim Abfüllen in Flaschen roch man die Himbeeren und es schmeckte auch danach. Und es ist pink. Ein Mädchen Bier – whoop whoop. 😀 Geschmacklich ist es definitiv ein Sommerbier, da es keine sehr ausgeprägte bittere Note hat. Es hat dafür einen sauren, erfrischenden Geschmack der Himbeeren. Ein süßes Bier sollte man hier aber nicht erwarten. Es ist eher erfrischend durstlöschend. Meines Erachtens ist der Malzkörper eher schmal gehalten, was ein gute Kombination zum Himbeergeschmack darstellt.

Kirby ist der Protagonist eines Jump’n run Spiels von Nintendo. Er ist kugelförmig und rosa oder pink. Und das ist auch schon der Grund für die Namensgebung: er ist pink, wie unser Bier.

Freiwillige Verkoster schickten uns folgendes Kommentar als Sprachnachricht: Ich zitiere: „Wir liiiieeeeeben Kirby“ –  Ich übrigens auch!

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Cheers!

 

Simcoe India Pale Ale: Darkwing Duck

Als nächstes stand ein weiteres IPA an mit dem Aroma Hopfen Simcoe. Der Simcoe-Hopfen ist ein Aromahopfen, der mit 13 % einen sehr hohen Anteil an Alphasäuren besitzt und somit auch schon zu den Bitterhopfen zählt. Trotz der Bitterkeit wird er als Hopfen mit fruchtigen aber auch holzigen Aromen beschrieben. Dieser Hopfen findet für verschiedene Biersorten, wie amerikanische Ales oder IPAs, Anwendung. Diese Beschreibung klang für uns sehr interessant, so dass wir ein Rezept bei Maische Malz und Mehr raus suchten und ein IPA damit brauen wollten.

Darkwing DuckBiertyp: American India Pale Ale
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Münchner, Cara Hell, Cara Dunkel, Haferflocken
Hopfen: Simcoe
Stammwürze: 17,3 °P
Alkoholgehalt: 7,5 %

Hopfenstopfen: Cascade und Simcoe
Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Das Bier riecht nicht ganz so fruchtig wie das Commander Keen und hat eine recht vordergründige Bitterkeit. Es hat ein tolle bernsteinerne Färbung. Mit seinen 7,5 % Alkohol und seinem ausgeprägten Malzkörper passt dieses bittere Bier sehr gut zu deftigen Essen und ist deshalb eher ein Herbst- als ein Sommerbier. Es könnte dem ein oder anderen zu bitter sein, ich mag es aber ganz gern und freu mich wieder einmal darüber, mit welchen Kleinigkeiten man den Geschmack eines Bieres so einfach variieren kann.
Darkwing Duck – 2-1-Risiko – ist der Schrecken der Bösewichte. Eigentlich handelte sich bei Darkwing Duck um eine Kinderserie von Disney, aber Nintendo brachte dazu auch das passende Spiel für den GameBoy auf den Markt. Wir mögen Darkwing Duck und fanden, dass der Name gut zum Bier passt.

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Cheers!

Belgisches Witbier: Q*bert

Es ist seit Anfang Juli sehr heiß hier im Süden Deutschlands gewesen, so dass wir unbedingt ein hochsommerliches Bier brauen wollten. Wir entschieden uns für ein belgisches Witbier. Ein Witbier ist ein belgisches helles Weißbier. Im Geschmack ist es oftmals eher säuerlich, aber dennoch süffig, leicht und erfrischend. Durch die Zutaten Koriander, Salz, Orangenschale und/oder Piment steht der malzige und hopfige Charakter eher im Hintergrund.

Qbert

Biertyp: Belgisches Witbier
Hefe: GOZDAWA Classic Belgian Witbeer (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Weizenflocken, Haferflocken
Hopfen: Perle
Stammwürze: 13,6 °P
Alkoholgehalt: 5,25 %

Zugabe von Bittere Orange, Koriandersamen und Irish Moss

Geschmacklich ist es perfekt für unsere Geschmäcker geworden. Der Geschmack des Korianders und der bitteren Orangenschale kommen sehr gut durch. Es hat einen säuerlichen Geschmack und löscht schnell und lecker den Durst. Durch seinen relativ hohen Rohfruchtanteil (Weizen- und Haferflocken) in der Maische, hat es keinen sehr ausgeprägten Malzkörper und schmeckt säuerlich. Ein Arbeitskollege von Bastian beschrieb es wie folgt: Q*bert sei sehr fruchtig, hätte aber wenig Malz- oder Hopfengeschmack. Es sei sehr süß am Anfang und im Abgang schmecke man die Bitterkeit, so dass es an ein fruchtiges Starkbier erinnere.  (Vielen Dank an dieser Stelle für die Stellungnahme).
Die Namensgebung hat keinen starken Hintergrund. Q*bert ist ein Computerspiel aus den 80ern, bei dem Würfel durch den Hauptcharakter umgefärbt werden müssen. Der Hauptcharakter ist eine orange Kugel mit Beinen und einem Rüssel. Wir nannten das Bier nach ihm, weil es Orangenschale enthält und auch danach schmeckt. Wir fanden es dann ganz passend das Bier nach einer orangen Spielfigur zu benennen. 🙂

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Cheers!

American Amber Ale: Yoshi

Für eine Feierlichkeit wollten wir ein Bier brauen, welches von jedem gemocht wird und gut trinkbar ist. Auf MaischeMalzundMehr sind wir auf ein Bier gestoßen, welches sich Pfoten Fresh nannte. Dort wird es als schönes fruchtiges Sommerbier bezeichnet. Dieses Bier ist ein American Amber Ale, welches normalerweise einen starken Malzkörper hat und eine fruchtige Note besitzt. Die Bezeichnung Amber Ale rührt von der Farbe her, da es meistens Bernsteinfarben – also Amber – ist.

YoshiBiertyp: American Amber Ale
Hefe: Nottingham Yeast (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Wienermalz, Cara Pils
Hopfen: Tradition, Cascade
Stammwürze: 13,3 °P
Alkoholgehalt: 5,8 %

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Es war ein sehr leckeres Bier, welches nicht zu bitter war, eine schöne Malznote und zusätzlich eine kleine fruchtige Note hatte. Perfekt für viele Leute mit verschiedenen Biergeschmäckern. Es war durch die Zugabe von Irish Moss und Gelatine auch sehr gut aus der Flasche trinkbar. Yoshi ist ein Freund und das Reittier von Mario aus Super Mario World. Yoshi ist irgendwie ein Charakter den jeder mag, er ist ein lieber Kerl, hat keine Ecken oder Kanten. Böse gesagt ist er recht unspektakulär. Deswegen passt es auch zum Bier. Wir wollten ein Bier, welches jeder mag und gut trinkbar ist und das haben wir auch erhalten. 🙂

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Cheers!

Saphir Hefeweizen: Lemonhead

Das vierte selbstgebraute Bier sollte ein Hefeweizen mit einem Saphir Aromahopfen aus dem Hopfenforschungszentrum Hüll werden. Wir haben Saphir gewählt, weil dieser Aromahopfen vor allem für Biere mit wenig Bitterkeit (was die Bitterkeit ausmacht, werde ich in einem anderen Beitrag erläutern) eingesetzt werden kann. Ich hab mir ein sommerliches Bier gewünscht, was interessant schmeckt und sich trotzdem gut trinken lässt. Etwas Bitterkeit im Bier aber keine dominante eignet sich meines Erachtens sehr gut für sommerliche Biere. Weizenbiere werden vor allem mit Weizenmalz gebraut und heißen auch deswegen so. Sie sind typischerweise obergärig, so dass dies ideal für unser Set-Up ist.

LemonheadBiertyp: Hefeweizen
Hefe: Safbrew WB06 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Weizenmalz, Pilsner Malz, Karamell Malz, Weizenflocken
Hopfen: Magnum, Saphir
Stammwürze: 12,3 °P
Alkoholgehalt: 5,9 %
Hopfenstopfen: 2x mit Saphir
Zugabe von Irish Moss

Das entstandene Weizen ist total lecker. Durch die Zugabe des Saphir-Hopfens, hat das Bier einen sehr fruchtigen Charakter, der an Zitrone erinnert. Allerdings hat das Bier auch einen sehr hopfigen harmonischen Geschmack, der nur langsam abklingt. Ich finde, dass dieser langanhaltende hopfige Geschmack erst mit der Zeit gekommen ist. Der Geruch des Bieres ist blumig, fruchtig, so wie es auch schmeckt. Ein wunderbar zitroniges Weizen, obwohl es keine Zitronen gesehen hat, welches sich super gut für heiße Sommertage (wie es in den letzten Wochen ja auch war) eignet. Abgerundet wird das Bier durch seinen hohen feinperligen Kohlensäuregehalt (7,9 g Kohlenstoffdioxid/L Bier). Aufgrund des zitronigen Charakters fiel uns sofort ein, wie wir das Bier nennen wollen. Lemonhead ist ein weitere Charakter aus Monkey Island und ist ein vegetarischer Cannibale. Zitroniges Bier muss ja einfach Lemonhead heißen. 😀 Das ist bisher mein liebstes Bier, aber wir haben auch gerade eins, was mir sehr sehr gut gefällt, aber dazu mehr in Kürze.

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Cheers!