Kane Head High IPA: Commander Keen

In unserer Sammlung selbstgebrauter Biere durfte natürlich auch kein IPA fehlen. Ein India Pale Ale (IPA) ist ein helles, starkes und hopfiges Bier. Die Legende sagt: Im 19. Jahrhundert haben die Schotten und Engländer Bier in indische Kolonien transportieren wollen. Damit das Bier noch trinkbar ist und während der Seefahrt nicht schlecht wurde, wurden die Biere mit mehr Alkohol und mehr Hopfen versetzt. Das Ziel war es das starke Bier (16 °P Stammwürze) in Indien 1:1 mit Wasser zu verdünnen, um ein normales Pale Ale zu bekommen. Allerdings schmeckte den Engländer/Schotten das Bier dann so gut, dass sie es unverdünnt ließen und ein India Pale Ale entstand. Wie wahr diese kleine Geschichte ist, wissen wir nicht, aber dennoch ist sie nett zu erzählen.

Bei unserem Bier haben wir uns wieder an ein Klon-Rezept von MaischeMalzundMehr gehalten. Das Rezept sollte ein Kane Head High IPA erbringen, allerdings haben wir es bereits etwas abgeändert.

CommanderKeenBiertyp: American IPA
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Cara Pils, Dark Caramalt, Wheat flakes
Hopfen: Columbus, Chinook, Citra, Cascade, Centennial
Stammwürze: 18,0 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfenstopfen: Cascade, Citra und Columbus

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Hopfenstopfen oder auch Dryhopping bedeutet, dass nach der Hauptfermentation -also nach 4-5 Tagen- nochmals Hopfen in den Sud gegeben wird. Dazu haben wir eine Damensocke ausgekocht und mit den entsprechenden Hopfensorten gefüllt. Diese Socke wurde dann in den Sud gegeben und nochmals 3-6 Tage stehen gelassen. Erst dann folgte die Flaschengärung. Dieses Verfahren bewirkt, dass das Bier die feinen Aromen aus dem Hopfen aufnimmt, ohne dass das Bier bitterer wird.

Bastians Kommentar beim Probieren des Jungbieres vor der Flaschengärung war: „Ich glaub‘, das wird geil.“

Das Bier riecht nach Maracuja, Ananas und ein wenig nach Honigmelone. Es riecht also sehr fruchtig, was durch die Aromahopfen (Cascade, Citra, Centennial, Chinook) erzeugt wird. (Über die verschiedenen Hopfensorten und Malze werde ich vermutlich irgendwann nochmal einen eigenen Beitrag verfassen.) Das Bier hat eine für IPAs typische Bitternote und schmeckt blaubeerig und nach Ananas. Der Malzgeschmack hält sich dezent im Hintergrund. Leider hat es für meinen Geschmack etwas zu wenig Kohlensäure.

Bastian hat sich den Namen für dieses Bier überlegt. Es heißt Commander Keen. Commander Keen ist ein starker Typ, der nicht aggressiv ist. Zum einen mag Bastian Commander Keen und zum anderen passt es auch irgendwie, da das Bier recht stark ist, aber in der Bitterkeit nicht aggressiv daher kommt.

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Cheers!

Obergäriges Märzen: Bowser Jr.

Unser zweites Bier sollte ein leicht-trinkbares Bier werden, welches für jeden etwas ist. Wir wollten ein süffiges malziges Bier brauen, welches ungefähr einem Märzen entspricht und haben uns ein bisschen auf der Seite MaischeMalzundMehr umgeschaut und sind fündig geworden. Normalerweise handelt es sich bei einem Märzen allerdings um ein untergäriges Bier. Da wir im Moment erstmal nur bei Raumtemperatur fermentieren können, ist es ein obergäriges Bier geworden. BowserJr

Biertyp: obergäriges Märzen
Hefe: Danstar Nottingham Ale (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Wiener, Pilsner, Cara Hell
Hopfen: Perle, Magnum, Spalter, Cascade
Stammwürze: 15,0 °P
Alkoholgehalt: 6,9 %

cold crashing, Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Das Bier war durch das cold crashing, die Zugabe von Irish Moss und Gelatine ein sehr klares Bier und war sehr gut trinkbar aus der Flasche. Es war  ein sehr süffiges Bier mit einem mittelstarken Malzkörper. Bowser Jr. ist aus den Mario-Spielen bekannt und der Sohn von Bowser. Ein Märzenbier ist normalerweise ein recht starkes Bier. Das Bier, welches wir hier gebraut haben, hat zwar durch den malzigen Geschmack an Körper gewonnen, ist dennoch kein richtig starkes Bier geworden. Deshalb ist es nur die kleine Variante von Bowser – nämlich Bowser Jr. geworden.

 

Cheers!

 

Sierre Nevada Pale Ale: Threepwood

Zunächst eine kleine Einführung zur Namensfindung: Wir haben uns länger darüber Gedanken gemacht, wie wir unsere Biere nennen wollen. Irgendwie kamen wir drauf, dass wir beide früher total gern Adventurespiele wie Monkey Island oder Jump-and-Run-Spiele wie DonkeyKong oder SuperMario gespielt haben. Als Bastian noch in Bremen wohnte, „zockten“ wir auch oft diese Spiele. Es gibt so viele Charaktere aus diversen solcher Spiele, dass wir es als gute Ideen empfanden, danach unsere Biere zu benennen.

Threepwood ist unser erstes Bier unter dem Brauereinamen Hopfkopf. Threepwood ist ein clone beer, weil es ein Replikat eines kommerziell erhältlichen Bieres ist, eines Sierra Nevada Pale Ales (SNPA). Ein Kleinbrauer hat das Bier nachgebraut und das Rezept online auf MaischeMalzundMehr gestellt.

Threepwood

Biertyp: American Pale Ale
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pale Malt, Caramünch II
Hopfen: Magnum, Perle, Cascade
Stammwürze: 12,4 °P
Alkoholgehalt: 5,4 %

 

 

Das Pale Ale wurde weder durch Irish Moss noch durch Gelatine geklärt, so dass es ein sehr trübes Bier geworden ist – irgendwie ein bisschen „trashy“. Guybrush Threepwood ist der Hauptcharakter in Monkey Island und will Pirat werden. Er ist eigentlich ein Antiheld und man muss ihn als Spieler durch verschiedene gewaltlose Gefahren bringen. Wir fanden Threepwood als Namen für unser erstes Bier sehr passend, da wir Monkey Island auch sehr gern spielten.

Geschmacklich hat es eine kleine Lakritz-Note und hat durch den Bitterhopfen eine bittere Note. Mir persönlich hat das Bier gut geschmeckt, es hat nach einem Pale Ale geschmeckt und es hatte eine hübsche Farbe. Bastian mochte Threepwood nie so gern, aber das lag sicher auch daran, dass man das Bier am besten aus dem Glas trinkt, damit der Heferest in der Flasche zurück bleiben konnte.

IMG_3509Cheers!

 

Neues Hobby: Homebrewing

Was ist craft beer eigentlich? Wie sollte es anders sein, der Begriff kommt aus dem US-amerikanischen und bedeutet wortwörtlich handwerkliches Bier. Es handelt sich also hierbei um Biere, die unabhängig von einem Konzern im kleinen Maßstab gebraut werden. Aber das ist eigentlich nur eine trockene Beschreibung. Oftmals denkt man bei Craftbieren an sehr hopfige Biere, wie zum Beispiel Pale Ales. Aber ich denke dass auch weniger hopfige Biere Craftbiere sein können und dass nicht jedes Pale Ale ein Craftbier ist. Für mich persönlich sind Craftbiere Biere, die sich durch ihren individuellen Geschmack hervorheben. Die ihren individuellen Geschmack durch das Experimentieren der Zutaten – Wasser, Hopfen, Malz und Hefe – erhalten haben.

Wie kommen wir nun dazu Biere selbst zu brauen? Wir kamen schon mehrmals mit Bieren in Berührung, die anders schmeckten als Pils oder Weizen. Als wir 2012 Flitterwochen in Colorado machten, machten wir eine Microbrewery tour durch Denver. Das war so mein erster Kontakt mit anders,  vielfältiger schmeckenden Bieren. Bastian flog zu der Zeit beruflich häufig nach New York, wo er viele verschiedene Craft beer Sorten kennenlernte und zu Hause davon schwärmte. Mich machte das neugierig. Wir besuchten die Braukunst Live in München und für mich eröffnete sich eine ganz neue Welt an Biergeschmäckern. Dort lernten wir viele Bierbrauer kennen, von denen einige im Keller begonnen haben ihre Biere im kleinen Maßstab zu brauen. Auch Bastians amerikanische Arbeitskollege braute im Keller selbst. So schwer kann das also nicht sein. Und was für ein tolles Hobby für einen Ingenieur und eine (Bio)Chemikerin? So reifte die Idee, dass wir unser eigenes Bier brauen wollen. Das aller erste Bier brauten wir zu Ostern 2014 und es kam ein Pale Ale bei raus. Kein besonders raffiniertes aber es war ein Bier, was uns schmeckte. Während Bastian in China war, haben wir uns überlegt, was als nächstes gebraut werden soll und wie unsere kleine Brauerei denn eigentlich heißen soll.

Durch das Probieren von verschiedenen Bieren auf der Braukunst Live oder in Peking oder von mitgebrachten Bieren aus den USA hat sich ein bisschen herauskristallisiert, dass wir beide gern eher die hopfigen Bieren mögen. Ich mag es vor allem, wenn die Bitterkeit der hopfigen Biere mit einer fruchtigen Note abgerundet wird. Im englischen nennt man Leute, die gern hopfiges Bier trinken, hop head. Wir brauen unser Bier im Schwarzwald also wollten wir auch einen deutschen Namen für unsere Brauerei haben. So kamen wir zur Übersetzung von hop head zu Hopfkopf. Bastian hat ein kleines Logo gebastelt und so konnte unser Hobby beginnen.

Ich werde also in Zukunft hier eine kleine Beschreibung unserer Biere posten und wie sie geschmeckt haben. Auf die Vorgehensweise des Brauen möchte ich auf diesen Wikipedia-Artikel verweisen. Unsere Biere brauen wir ja für uns, so dass vielleicht nicht jedes Bier 100%ig dem Reinheitsgebot entspricht, da wir auch belgische Biere brauen möchten.

In diesem Sinne erstmal: Cheers!

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