Hüttentour und Klettersteige in Alta Badia

Nun sind wir schon ein paar Tage wieder zurück von unserer Tour in den Dolomiten – genauer gesagt Alta Badia. Wir sind Samstagmorgen in aller Herrgotts Früh gestartet, um mittags am Lift in Badia zu sein, da wir noch 4 h Strecke vor uns hatten. Das glaubten wir zu diesem Zeitpunkt zumindest noch, aber dazu mehr später. Nach dem wir von der Autobahn abgefahren waren, ging es über mini kleine Straßen nach Alta Badia. Das Navi sagte 20 km, Ankunft in einer Stunde. Und wenn ich von mini kleinen Straßen rede, meine ich nicht das Zavelsteiner Sträßle in Calw… Diese wäre im Vergleich eine 3 spurige Autobahn. Unsere Straßen waren fast schmaler als unser Auto. Aber das haben wir gemeistert und kamen 13 Uhr (2 h später als geplant) am Lift an. Es war auch kein Problem Lisa im Sessellift nach oben zu nehmen „wir nehmen alles mit, Hunde, Fahrräder, Kinderwagen, einfach alles“ war die Aussage. Sehr Sympathisch! Höchst motiviert liefen wir los und freuten uns, dass die Sonne lachte und keine einzige Wolke am Himmel war. An der Steinwand des Kreuzkofels wurden wir aber schon ganz schön gebraten. Nach ca. 30 Minuten kamen wir an eine Stelle, bei der wir Lisa hätten tragen müssen. Nach nur 30 Minuten schon… Wir haben mal auf die Karte geschaut und festgestellt, dass es von diesen Stellen wohl noch einige geben wird. Dies bestätigte uns auch ein Wanderer, der vorbei kam. Frust! Nach dem steinernen Meer aus dem letzten Jahr hatten wir eigentlich ausgemacht, dass wir mit Lisa nicht mehr solche Wege gehen wollen, die eher grenzwertig sind für den Hund. Ein weiterer Blick auf die Karte. Ah da gibt es einen weiteren Weg weiter unten, der über eine Scharte führt. Nur 10 km bis zur Fanes Hütte. Wir könnten es noch bis zum Abendessen schaffen. Wir liefen also 30 Minuten zurück, und nahmen den unteren Weg. Der ging durch einen schönen Wald und wir bogen irgendwann links ab. 3 h und 50 Minuten bis zur Fanes Hütte stand an dem Schild. Es war schon 16 Uhr, das mit dem pünktlichen Abendessen konnten wir knicken. Es half alles nichts, wir mussten den Berg hoch. Aufgeben kam nicht in Frage. Wir motivierten uns gegenseitig die Höhenmeter zu meistern. Ich weiß nicht wie viele es waren, aber es war anstrengend – 2h hat es bis zur Scharte gedauert. Ab da ging es nur noch bergab bis zur Hütte (1 h 30 Minuten) stand am Schild. Wir brauchten 2 h. Am Ende kamen wir 20:30 Uhr total k.o. bei der Fanes Hütte an, bekamen Maccaroni mit Tomatensauce und ein Weizenbier. Dann wurde uns das Zimmer gezeigt. Ich wusste ja schon, dass es die teuerste Hütte auf der gesamten Tour war, aber ein Hotelzimmer mit eigener Dusche, habe ich nicht erwartet. Völlig überzogen für eine Hütte mitten in den Bergen. Wir haben uns nicht beschwert. Denn so eine Dusche nach so einem Tag, tat extrem gut. (Randnotiz: Wenn man mit Hund in den Bergen unterwegs ist, hat man wenig Auswahl welches Zimmer oder Lager man nehmen möchte. Es wird zugeteilt. Wir mussten das Luxus-Zimmer nehmen, da nur in diesem Zimmer Hunde schlafen durften).

Nach einer sehr sehr guten Nacht ging es weiter Richtung Rifugio Lagazuoi. Ein klein wenig bergan führte uns der Weg über eine Alm. Dabei kamen wir an einem Teil einer Kunstausstellung vorbei (SMACH2017). Überall in den Dolomiten wurden Kunstwerke unter dem Thema Kontraste verteilt. So kamen wir an einem aus Holz geschnitzten Astronauten vorbei. Man muss nicht bis zum Mond fliegen, um die schönen und wertvollen Dinge in der Welt zu finden. Relativ flach führte uns der Weg über die Alm an Kühen vorbei. Wir haben vom Stubaier Höhenweg gelernt und machten große Bögen um die Kühe herum. Später ging der Weg links ab und führte uns über die Forcella del Lago (Seescharte, 2488 m). Es ging stetig bergauf, aber oben angekommen, konnte man erstens das Tagesziel sehen und zweitens einen Bergsee (Lech de Lagacio), der auserwählt wurde, um dort Pause zu machen. Es ging über Holzstufen 300 Höhenmeter bergab. Ich hatte Sorgen, dass mein Knie Probleme machen könnte. Aber durch die neuen Einlagen in den Schuhen und durch mein Sportprogramm, ging das ohne Probleme. Ich war sooo glücklich. Es war ein herrlicher Sommertag, der dazu einlud, einfach in den See zu springen. Diese Idee hatten auch andere. Die hatten aber Schwimmzeug dabei – Wir nicht. Also German Style: nackig machen und ab in den See. Kalt! Aber nach so 3 Minuten ging’s und es war super angenehm. Kleine Stichlinge fanden unsere Haut auch ganz lecker und knabberten an uns. Auch Lisa kühlte sich im See ab und schlief dann eine Runde. Nach 1 h chillen, mussten wir aber weiter, schließlich lagen noch 500 Höhenmeter vor uns. Rifugio Lagazuoi lag nämlich auf 2700 m. Frisch gestärkt und erfrischt, ging es also los. Es war gar nicht schlimm, denn irgendwann waren wir einfach oben. Die schwarzen Regenwolken die aufzogen, schafften es glücklicherweise erst über den Berg als wir bereits in der Hütte waren.
Kurz was zur Hütte: ich mochte diese Hütte nicht und ich finde das war die dööfste von allen die wir je schon besucht haben. Das Essen war gut. Die Nacht war schlecht, weil Lager und ein Schnarcher. Aber damit hätte ich leben können: das war die erste Hütte, auf der Lisa nicht bei uns schlafen durfte. Sie musste im Eingang schlafen. Quasi im Windfang. In der Nacht hat es gestürmt und gewittert. Sie hatte sicher große Angst. Ich fand’s schrecklich und ich würde es nicht nochmal so machen. Ich wurde natürlich im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der Hund nicht im Lager schlafen darf, sondern in einem gesonderten Raum, der innen ist. Ich dachte an Schuhlager oder so – an einen Raum, der zumindest warm ist. Sehr Hunde-unfreundlich! Und ihr kennt mich: wer kein Freund von Lisa ist, ist auch nicht mein Freund.

Also schnell weg von dieser Hütte. 7:30 Uhr waren wir am nächsten Morgen etwas müde bereit. Die Wegbeschreibung führte uns durch einen alten Kriegsstollen. Ein Felstunnel, der über 1,2 km 500 Höhenmeter nach unten ging. Eine Stirnlampe sei empfehlenswert stand in der Wegbeschreibung. Ich würde sagen: Geht diesen weg NUR mit Stirnlampe, die ist zwingend notwendig. Denn der Tunnel hat nur vereinzelt Gucklöcher nach außen. Größtenteils ist es dunkel. Es war spannend, furchteinflössend, nass, glitschig und anstrengend zu gleich. Die armen Soldaten im ersten Weltkrieg, die diesen Tunnel graben mussten. Das war sicher richtig anstrengend. Österreich gegen Italien (für mehr Infos: lest hier nach). Die gewählte Etappe für diesen Tag war sehr lang: knapp 20 km – für Bergwandern ziemlich viel. Es ging durch ein grünes Tal, an einem Felsen entlang. Zunächst sehr eben. Da konnten wir gut Strecke schaffen. Kurz vor Mittag ging es dann über felsige Schrofen über eine weitere Scharte. Der Aufstieg kam mir an diesem Tag sehr zäh vor, aber Bastian motivierte mich und dann ging es auch gleich schon besser. Hinter der Scharte führte uns der Weg über eine große lange Wiese. Das war so cool, hinter uns lagen die felsigen Berge und vorher uns auch. Aber dazwischen war einfach so ein weites grünes Tal mit so vielen Wiesen. Total schön. Der Weg machte Spaß und war recht eben, so dass wir wieder gut Strecke schafften. Dennoch entschieden wir uns am Rifugio Trieste nach einer Cola einen Lift talabwärts zu nehmen. Denn obwohl wir über Wiesen liefen, waren wir noch recht weit oben. Vor uns lagen 300 Höhenmeter runter, um dann wieder 500 m hoch zu laufen, um zur Rifugio Franz Kostner zu kommen. Der Lift endete etwas außerhalb von Corvara. Wir liefen nach Corvara (45 Minuten) rein und nahmen die Gondel Boé und anschließend den Lift Vallon hoch zur Rifugio Kostner. Wir waren müde, es regnete und über eine Ski-Piste im Sommer hoch zu laufen, ist wenig attraktiv. Diese Hütte war wunderschön! Liebevoll bewirtet. Einfach klasse. Wir hatten ein zwei-Bett Zimmer unterm Dach mit rotkarierten Kissen und einer Wärmflasche. Die Hüttenwirte haben sich extrem bemüht, dass es ihren Gästen gut geht. So schön und Hunde freundlich. Sehr zu empfehlen!

Am nächsten Tag sollte es eigentlich weiter zu Pisciadù Hütte gehen, allerdings wollte Lisa wohl nicht mehr so recht laufen. Sie lief sehr unrund und jedes aufstehen und laufen sah sehr qualvoll für sie aus. Wir buchten noch an der Franz Kostner Hütte eine Pension in La Villa Stern für zwei Nächte und nahmen die Bahn nach Corvara zurück. In Corvara nahmen wir den Bus nach Badia zum Auto. Lisa brachten wir in die Pension (Ciasa Montanara), die ich auch sehr empfehlen kann und wir fuhren zum Grödner Joch. Von dort aus bestiegen wir per Klettersteig die kleine Cirspitze. Das war mein allererster Klettersteig und diente als Vorbereitung für den Klettersteig am nächsten Tag. Ich sag Euch was, das macht Spaß. Ich war ein bisschen enttäuscht, dass es so schnell vorbei war. Zum Glück hatten wir ja schon einen weiteren für den nächsten Tag geplant.

Gleich nach dem Frühstück am nächsten Morgen waren wir 8.30 Uhr am Parkplatz zum Klettersteig Pisciadù. Der beliebteste in der Gegend. Man solle ihn wohl unbedingt am Wochenende vermeiden und sehr früh da sein, damit man nicht wie in einer Ameisenstraße empor klettert. Diese Info haben wohl auch andere gelesen. Aber es war noch nicht zu voll. Der Pisciadù Klettersteig ist nicht zu schwer, hat ein paar luftige Stellen. Ich dachte aber nie „zum Glück bin ich gesichert“. Es ging über Leitern, Tritte und am Ende über eine Hängebrücke stetig bergauf. Nach 2 Stunden kamen wir dann irgendwann bei der Hütte an. Die Hütte, in der wir eigentlich die Nacht zu vor verbringen wollten. Es war erst halb 11. Und der Gipfel von Pisciadù lachte uns an. Ja das machen wir. Wir haben nur knapp die 3000er Grenze unterboten, denn der Gipfel ist auf 2980 m. Mist! Aber das machte nichts, denn der Ausblick von dort oben war gar wundervoll. Über den gleichen Weg ging es zurück zur Hütte. Und jetzt haben wir uns auch den heißgeliebten Kaiserschmarren verdient. Die schmecken nur so gut, wenn man zu einer Hütte gewandert ist! Wir nahmen dann einen anderen Weg zurück zum Auto. Um die Knie zu schonen, schließlich ging es 500 Höhenmeter wieder bergab, gingen wir recht flott den Berg hinunter. Nach nur einer Stunde waren wir schon wieder am Auto. Dieser Tag endete nach 1000 Höhenmeter hoch und wieder runter mit einer italienischen Pizza nahe unserer Unterkunft.

Zusammenfassung: Die Dolomiten sind beeindruckend und wunderschön. Wir hatten tolles Wetter. Wir hatten extrem viel Spaß. Es geht auch immer soo schnell vorbei.

Rund um den Königssee

Letzte Woche ging es von Carl-von-Stahl-Haus über die Wasseralm zum Kärlingerhaus und abschließend zum Wimbachgrieshütte einmal rund um den Königssee.

Stubaier Höhenweg

Im Juli ging’s ein paar Tage auf den Stubaier Höhenweg. Nachfolgend ein paar Impressionen.