Dry Stout: Goomba

Jetzt haben wir schon einige verschiedene Biere gebraut, aber es war noch kein wirklich dunkles dabei. Und unsere beiden Väter mögen doch so gern dunkles, so dass wir dachten zu Weihnachten, macht ein dunkles Bier ein tolles Geschenk. Während meiner Zeit als Doktorandin, hab ich das ein oder andere afterwork-Beer mit guten Freunden getrunken. Dieses Bier war meistens ein Guinness, so dass die Entscheidung recht schnell gefallen war ein Guinness-Klon-Bier zu brauen.

Ein Guinness ist ein Stout, ein dunkles obergäriges Bier mit einer ganz samtigen Schaumkrone. Die schwarze Farbe erhält man durch sogenanntes Röstmalz. Röstmalz ist stark geröstete unvermälzte Gerste, welche nur zur Farbgebung dient, da sie weder Zucker noch Enzyme liefert. Durch die starke Röstung bekommt das Bier zusätzlich noch einen herben schokoladigen/kaffeeartigen Geschmack.

Goomba

Biertyp: Dry Stour
Hefe: Danstar Windsor (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Gerstenflocken, Pale Ale, Münchner, Röstgerste
Hopfen: East Kent, Goldings
Stamwürze: 12,4 °P
Alkoholgehalt: 4,9 %

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

 

Wir haben unser Bier wieder nach dem tasting sheet von craftbeer.com bewertet und hier sind die Ergebnisse:

Farbe und Erscheinung
Farbe:
sehr dunkel

Klarheit: brilliant (B), es war klar, aber nicht brilliant (J)
Schaum: gut (er war länger als 60 Sekunden vorhanden)
Textur: flauschig (B), schaumig (J)
Karbonisierung: medium-langsam

Aroma
Hopfen: 
holzig (J)
Malz: Rost, Kaffee, rauchig, Schokolade
Ester: harzig (B)
Geruch: Banane (B), Pfirisch (B), Vanille, Rosine (B)

Geschmack und Nachgeschmack
Alkohol: mild
Hopfengeschmack: holzig (J)
Hopfen Bitterkeit: moderat
Malz: Toast (B), Rost, Kaffee, Rauch (B), Schokolade (J)

Gaumen
Härte: wenig
Körper: austrocknend
Gaumen Karbonisierung: partiell
Geschmacksdauer: medium-lang

oxidative/Alterungserscheinungen: metallisch (B), Honig (J), dunkle Schokolade (J), wünschenswert

Balance/Trinkbarkeit: wünschenswert

Style: passend

passende Gerichte dazu: Schinkentreberbrot (B), Créme Brullée (B), Vanilleeis (B), Schwarzwälder Kirschtorte (B), Salat mit karamellisierten Walnüssen (J), Cheeseburger (J)

Zusammenfassend: Ein leckeres Stout, welches uns besser schmeckt als ein Guinness, denn das hatten wir neulich im Irish Pub zum Vergleich.

Goomba ist in der Mario Welt ein böser brauner Pilz, den man durch Draufspringen oder Abschießen los wird. Er ist ein brauner Spielcharakter und irgendwie auch ganz putzig.

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Cheers!

Wet Hop IPA: Bubble Bobble

Oh man, die Tage verfliegen wie im Fluge und erst jetzt komme ich dazu das Wet Hop IPA Bubble Bobble vorzustellen. Das ist das Resultat des Brauansatzes, den ich hier im Herbst mit Bildern beschrieben habe (siehe hier). Es kam auch schon die ein oder andere Nachfrage, wann ich darüber endlich einen Eintrag verfasse. Und hier ist er nun endlich. Eigentlich brauchte ich nur ein Photo, aber das hab ich mir nun von Malte Mo via Facebook ausgeliehen (Danke dafür :-P).

Das Wet Hop IPA enthält unseren eigenen angepflanzten Hopfen und ist daher irgendwie etwas besonderes. Die Rezeptur haben wir uns überlegt, so dass wir alle Hopfensorten, die wir gepflanzt haben, eingesetzt konnten. Viel Hopfen bedeutet hopfiges Bier, so dass der Stil IPA sehr schnell klar war.

BubbleBobbleBiertyp: Wet Hop IPA (all in)
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pale Ale, Karamell, Weizenflocken, Cara Dunkel
Hopfen: Columbus, Chinook, Tradition, Tettnanger, Smaragt, Perle
Stamwürze: 15,9 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfen gestopft mit Cascade, Comet, Mandarina

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Wie hat es nun geschmeckt. Als es noch sehr jung war, hat es nach frisch gemähten Rasen geschmeckt. Vermutlich war der Hopfen nicht genügend reif und zu früh geerntet. Aber als es älter wurde, hat es immer besser geschmeckt, es wurde runder und hatte keine Ecken und Kanten mehr. Um eine bessere Aussage zu treffen, haben wir uns an ein Tasting Sheet (Verkostungsbogen) von craftbeer.com gehalten. Wir haben das in einer geheimen Bewertung durchgeführt, so dass die Ergebnisse unabhängig voneinander sind und ich unsere Ergebnisse hier einmal zusammenfassen möchte (in Klammern, steht wer das dachte. keine Klammer bedeutet, dass wir das beide so sahen):

Farbe und Erscheinung
Farbe:
Wir waren uns beide einig, dass die Farbe auf folgender Farbskala zwischen 6 und 9 lag: Mitteldunkel eher heller.

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Klarheit: es war klar, aber nicht brilliant
Schaum: gut (er war länger als 60 Sekunden vorhanden)
Textur: flauschig
Karbonisierung: langsam

Aroma
Hopfen: 
fruchtig, blumig (B), pflanzlich (B), grün
Geruch: Banane (B), Pfirisch (B), Vanille, Rosine (B)

Geschmack und Nachgeschmack
Alkohol: mild
Hopfengeschmack: fruchtig, pflanzlich, blumig, bitter (J), grün, pikant
Hopfen Bitterkeit: moderat – aggressiv
Malz: karamell, wie Brot (B)

Gaumen
Härte: medium
Körper: austrocknend (B), Mund benetzend
Gaumen Karbonisierung: gut karbonisiert (J), partiell – gut karbonisiert (B)
Geschmacksdauer: lang (mehr als 60 Sekunden)

oxidative/Alterungserscheinungen: schwarze Johannisbeere, metallisch (B), nicht wünschenswert

Balance/Trinkbarkeit: wünschenswert

Style: passend

passende Gerichte dazu: würziger Käse, wie Gorgonzola (B), Gänsekeule mit Rotkraut (J)

Zusammenfassend: es ist nicht das perfekte Bier geworden, aber es schmeckt trotzdem sehr gut.

Warum heißt es Bubble Bobble? Eigentlich nur weil Bubble Bobble ein grüner Charakter ist und es auch irgendwie grün schmeckt. 😀

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Cheers!

Kane Head High IPA: Commander Keen

In unserer Sammlung selbstgebrauter Biere durfte natürlich auch kein IPA fehlen. Ein India Pale Ale (IPA) ist ein helles, starkes und hopfiges Bier. Die Legende sagt: Im 19. Jahrhundert haben die Schotten und Engländer Bier in indische Kolonien transportieren wollen. Damit das Bier noch trinkbar ist und während der Seefahrt nicht schlecht wurde, wurden die Biere mit mehr Alkohol und mehr Hopfen versetzt. Das Ziel war es das starke Bier (16 °P Stammwürze) in Indien 1:1 mit Wasser zu verdünnen, um ein normales Pale Ale zu bekommen. Allerdings schmeckte den Engländer/Schotten das Bier dann so gut, dass sie es unverdünnt ließen und ein India Pale Ale entstand. Wie wahr diese kleine Geschichte ist, wissen wir nicht, aber dennoch ist sie nett zu erzählen.

Bei unserem Bier haben wir uns wieder an ein Klon-Rezept von MaischeMalzundMehr gehalten. Das Rezept sollte ein Kane Head High IPA erbringen, allerdings haben wir es bereits etwas abgeändert.

CommanderKeenBiertyp: American IPA
Hefe: Safale US-05 (Saccharomyces cerevisiae)
Malze: Pilsner, Cara Pils, Dark Caramalt, Wheat flakes
Hopfen: Columbus, Chinook, Citra, Cascade, Centennial
Stammwürze: 18,0 °P
Alkoholgehalt: 6,5 %

Hopfenstopfen: Cascade, Citra und Columbus

Zugabe von Irish Moss und Gelatine

Hopfenstopfen oder auch Dryhopping bedeutet, dass nach der Hauptfermentation -also nach 4-5 Tagen- nochmals Hopfen in den Sud gegeben wird. Dazu haben wir eine Damensocke ausgekocht und mit den entsprechenden Hopfensorten gefüllt. Diese Socke wurde dann in den Sud gegeben und nochmals 3-6 Tage stehen gelassen. Erst dann folgte die Flaschengärung. Dieses Verfahren bewirkt, dass das Bier die feinen Aromen aus dem Hopfen aufnimmt, ohne dass das Bier bitterer wird.

Bastians Kommentar beim Probieren des Jungbieres vor der Flaschengärung war: „Ich glaub‘, das wird geil.“

Das Bier riecht nach Maracuja, Ananas und ein wenig nach Honigmelone. Es riecht also sehr fruchtig, was durch die Aromahopfen (Cascade, Citra, Centennial, Chinook) erzeugt wird. (Über die verschiedenen Hopfensorten und Malze werde ich vermutlich irgendwann nochmal einen eigenen Beitrag verfassen.) Das Bier hat eine für IPAs typische Bitternote und schmeckt blaubeerig und nach Ananas. Der Malzgeschmack hält sich dezent im Hintergrund. Leider hat es für meinen Geschmack etwas zu wenig Kohlensäure.

Bastian hat sich den Namen für dieses Bier überlegt. Es heißt Commander Keen. Commander Keen ist ein starker Typ, der nicht aggressiv ist. Zum einen mag Bastian Commander Keen und zum anderen passt es auch irgendwie, da das Bier recht stark ist, aber in der Bitterkeit nicht aggressiv daher kommt.

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Cheers!